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Daniel S. Malachuk, „Mitgefühl und Stolz in George Eliots Fiktion“ (S. 32–58) George Eliot, die unbestrittene Meisterin des Mitgefühls, wird auch seit langem mit dem Streben des modernen Liberalismus nach Inklusion assoziiert. In ihrer Fiktion gelangt Eliot jedoch zu Schlussfolgerungen, die eher mit Rousseaus Zweitem Diskurs übereinstimmen: Nur ein Gleichgewicht von Mitgefühl für andere und Stolz auf sich selbst wird die wechselseitigen Beziehungen fördern, die inklusive Gesellschaften ermöglichen. Dieser Essay beleuchtet Eliots unerschütterliche Überzeugung, dass Mitgefühl und Stolz als moralische Motivationen in drei ihrer Hauptromane harmonisiert werden müssen. Was jedoch schwankte, war Eliots politische Zuversicht, dass liberale Staaten dieses harmonisierende Programm fördern würden. Wenn der tragische Konflikt zwischen Toms Stolz und Maggies Mitgefühl in „Die Mühle am Fluss“ (1860) optimistisch durch die harmonischen Protagonisten von „Middlemarch“ (1871–72) gelöst wurde, kehrt Eliots politische Skepsis in „Daniel Deronda“ (1876) zurück: Hier scheinen die stolz Mächtigen bestenfalls nur zu zeigen, dass sie mitfühlen, während die Mitfühlenden nur dann durch Stolz gestärkt werden, wenn sie Glück haben. Rousseaus letzte Lektion an Eliot ist somit sein Pessimismus.
Daniel S. Malachuk (Mittw.) hat diese Frage untersucht.