Die akademische Erforschung des philanthropischen Sektors und der Zivilgesellschaft ist im letzten Vierteljahrhundert rasant gewachsen. Was einst ein spärlich besiedeltes und unzusammenhängendes Feld war, verfügt heute über Universitätsabteilungen, Peer-Review-Fachzeitschriften und wissenschaftliche Vereinigungen. ARNOVA, ERNOP, ISTR und andere präsentieren und fördern einen beträchtlichen Teil der Forschung über diesen Sektor. Artikel und Monografien gibt es in Fülle in den Bereichen Sozialwissenschaften, Psychologie, Public Policy, Managementlehre usw. Dennoch verzeichnet das Feld einen Rückgang von Publikationen aus mehreren Schlüsselbereichen. Ethik, Philosophie, Literaturwissenschaft, Religionswissenschaft und sogar Geschichte gehören zu den Disziplinen, deren Forschung in diesem Bereich selten publiziert wird. Gewiss ist diese Verengung des intellektuellen Erkenntnisinteresses nicht auf die philanthropische Forschung beschränkt. Da sich viele Universitäten an sinkende Immatrikulationszahlen, öffentliche Skepsis und gekürzte Budgets anpassen müssen, besteht Druck, die Lehrpläne stärker auf die berufliche Vorbereitung auszurichten. Zudem weckt das Ethos des Empirismus Zweifel am Nutzen von Forschung, die weder „objektiv“ noch leicht quantifizierbar ist. Unsere Literaturübersicht verdeutlicht die Konturen dieses Problems in der philanthropischen Forschung. Fachzeitschriften in diesem Bereich veröffentlichen nur wenige Artikel aus geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Dieser Trend bestätigt sich auch bei einer breiteren Suche nach wissenschaftlicher Literatur über wichtige akademische Suchmaschinen. Darüber hinaus ist die qualitativ hochwertige Forschung, die an der Schnittstelle von Philanthropie und Geisteswissenschaften existiert, größtenteils unzusammenhängend und steht somit nicht im Dialog zueinander. Vor diesem Hintergrund stehen wir kurz vor der Herausgabe einer neuen Fachzeitschrift, Philanthropia, die Wissenschaftlern Raum bietet, sich der geisteswissenschaftlichen Erforschung von Philanthropie und Zivilgesellschaft zu widmen.
Williams et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.