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Das mittelalterliche Konzept der translatio war qualitativ verschieden von unserem zeitgenössischen Verständnis von "Übersetzung". Es war nicht nur ein viel breiteres Konzept, das viele Formen der Verlagerung oder Transposition weit über das interlinguale hinaus umfasste, es implizierte auch Veränderung und Anpassung an lokale Gegebenheiten. So würden mittelalterliche Texte sich verändern und gestalten in einer Weise, die mit der modernen Vorstellung unvereinbar ist, dass in der Übersetzung die "Bedeutung" gleich bleiben sollte. Dieser Artikel argumentiert, dass der Übergang vom mittelalterlichen zum modernen Denken durch den Beginn einer neuen semiotischen Theorie gekennzeichnet war, einem neuen Verständnis der Beziehung zwischen Form und Bedeutung. Nach der Wiederentdeckung der hellenistischen Wissenschaft im zwölften und dreizehnten Jahrhundert übernahm allmählich der platonische Begriff des semantischen Invarianten (oder transzendentalen Bedeutenden) die rhetorische Haltung des eingebetteten Sinns. Die Dynamik, die in diesem Wandel involviert ist, wird sowohl im säkularen als auch im sakralen Bereich erörtert.
Karen Bennett (Do,) hat diese Frage untersucht.