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Zusammenfassung Diese Studie befasst sich eingehend mit der komplexen Beziehung zwischen Kriegführung und sozialen Rechten während der Zweiten Französischen Republik. Während neuere Forschungen nahelegen, dass die Entstehung sozialer Rechte im 18. Jahrhundert einen Übergang von christlichen Wohltätigkeitsprinzipien zu säkularen Verpflichtungen beinhaltete – vor allem beeinflusst von Befürwortern freier Märkte –, deckt diese Untersuchung während der Julimonarchie einen eigenständigen Weg auf. Hier formulierten Sozialisten soziale Rechte mithilfe einer einzigartigen, auf Kriegführung zentrierten Sprache, die in offenem Widerspruch zum vorherrschenden Diskurs des freien Marktes stand. Dieser Wandel führte zum Konzept der „guerre industrielle“ bzw. industriellen Kriegführung, das Industriearbeiter als moderne Soldaten im internationalen wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen Nationen darstellte. Ein solches Narrativ prägte die politischen Forderungen der entstehenden französischen Arbeiterklasse maßgeblich, wobei der Schwerpunkt auf der Sicherung menschenwürdiger Beschäftigung und der Ausweitung der dem Militär bereits gewährten sozialen Leistungen auf die Arbeiter lag. Diese Forderungen gewannen während der turbulenten Revolution von 1848 erheblich an Dynamik und befeuerten den Ruf nach einem umfassenden gesellschaftlichen Wandel mit Betonung auf genossenschaftlicher Produktion und gegenseitiger Unterstützung. Dennoch wurde die Ablehnung dieser radikalen Ideen vor allem dem Zögern der gemäßigten Republikaner zugeschrieben, die mit solchen Forderungen einhergehenden tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen mitzutragen. Durch die eingehende Untersuchung der Feinheiten dieser Beziehung bietet der Artikel neue Einblicke in die Entwicklung sozialer Rechte vor der Entstehung des Wohlfahrtsstaates und deren Einfluss auf die Schaffung von Instrumenten der sozioökonomischen Governance in den letzten zwei Jahrhunderten.
Samuel Boscarello (Fri,) untersuchte diese Frage.