Key points are not available for this paper at this time.
Viele Gletscherlandschaften auf allen Kontinenten sind in die Welterbeliste eingetragen. Aufgrund des Klimawandels ziehen sich die meisten Gletscher schnell zurück, was ihren herausragenden universellen Wert (OUV) in Frage stellt. Der Verlust von Eis könnte in der Tat die Erbe-Werte der UNESCO-Welterbe-Stätten, deren Gletscher den Kern des OUV darstellen, verringern oder verändern und sogar die Eintragung in die Welterbeliste in Frage stellen. In einer Zukunft mit weniger oder ohne Gletscher könnten mindestens zwei Komponenten des OUV der Welterbe-Gletscherlandschaften betroffen sein: der ästhetische Wert (Kriterium vii), der verringert werden könnte, wenn die Gletscher verschwinden, und der Geoheritage-Wert (Kriterium viii), der teilweise auf aktuellen glaziologischen Prozessen beruht, die ohne Eis nicht mehr existieren würden. Diese Präsentation hat zum Ziel, zu klären, was die Erbe-Werte von Gletscherlandschaften ausmacht, und umreißt, wie sie sich in einer Zukunft mit weniger (oder ohne) Eis entwickeln könnten. Für zwei Standorte im UNESCO-Welterbe der Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch (der Große Aletschgletscher und das obere Lauterbrunnental) beschreiben wir die Entwicklung der Gletscherlandschaft anhand eines Past-Present-Future-Rahmens. Wir bewerten dann die gegenwärtigen und postglazialen Erbe-Werte anhand von Kriterien, die in der Literatur zu Geomorphosites verwendet werden. Wir umreißen zwei Hauptfragen: 1. Die beiden Standorte zeichnen sich durch ein sehr hohes paläogeografisches Interesse aus: die geerbten glazialen Landformen rund um den Großen Aletschgletscher und den Oberhornsee haben die Rekonstruktion von holozänen Gletscherphasen ermöglicht. In Zukunft werden die geerbten Landformen von hohem paläogeografischen Interesse und die para- und periglazialen Prozesse, die sich unter postglazialen Bedingungen entwickeln, wahrscheinlich an Interesse gewinnen, während die Dynamik des Gletschers selbst, die einen wichtigen Teil des aktuellen geowissenschaftlichen Wertes ausmacht, abnehmen und sogar verloren gehen wird, wenn der Gletscher verschwindet. Mit dem Rückzug der Gletscher wird der geowissenschaftliche Wert daher zunehmend von den geerbten glazialen Landformen abhängen, die das Verständnis von Erd- und Klimageschichte ermöglichen, und weniger vom Gletscher selbst und seiner Dynamik. Da die geerbten Landformen fragil sein können, nicht erneuerbar sind und an Bedeutung für den Erbe-Wert gewinnen werden, ist ihr Schutz ein Thema. 2. Der ästhetische Wert von Gletscherlandschaften könnte aufgrund des Verschwindens des Gletschers (Graufärbung der Landschaft) abnehmen. Eine mögliche Anpassung könnte ein Wechsel vom Gletschertourismus, der hauptsächlich auf die Betrachtung einer ästhetischen Landschaft ausgerichtet ist, zum Geotourismus sein, wo das Verständnis der Landschaftsentwicklung der Öffentlichkeit angeboten wird.
Bussard et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.