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Dass das wohl einflussreichste und langlebigste Werk der Fiktion im Kanon der Kinderliteratur, Daniel Defoes Robinson Crusoe (1719), eine Geschichte ist, die sich primär mit einem einsamen Mann auf einer verlassenen Insel befasst und ursprünglich für ein adult Publikum bestimmt war, ist in vielerlei Hinsicht ein eigenartiges Phänomen. Robinson Crusoe wurde nicht als Kindergeschichte geboren, sondern wurde eine durch seine manchmal überraschende Artikulation mit Ideen, die sich um Kinder in dieser Zeit kristallisierten: wie sie gebildet werden sollten, wie ihr Verhältnis zu ihren Eltern beschaffen sein sollte und wie sie symbolisch sowohl das Versprechen der Zukunft als auch ein Verlangen nach der Unschuld der Vergangenheit verkörperten. Innerhalb weniger Jahrzehnte nach der Veröffentlichung bewegte sich Robinson Crusoe nahezu nahtlos von der Arena der mehr oder weniger „ernsten“ Fiktion für Erwachsene in die einer kinderzentrierten Druckkultur des achtzehnten Jahrhunderts, die sich hauptsächlich darauf konzentrierte, das horatianische, pädagogische Mandat der „Unterweisung mit Freude“ für die jungen Leser zu erfüllen. Bearbeitungen für kinderlesende Zielgruppen und Adaptionen – oder Robinsonaden – die darauf abzielten, den vermeintlichen moralischen und pädagogischen Wert des Originals zu nutzen, erschienen mit beachtlicher Häufigkeit in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Wie Richard Barney in Plots of Enlightenment (1999) so eindrucksvoll dokumentiert hat, wurde der Roman fast sofort als pädagogisch wertvoll verstanden; Defoes Geschichte spiegelte die Ideen von John Locke zu einer „überwachenden“ Pädagogik wider, die in Some Thoughts Concerning Education (1693) umrissen wurden.
Andrew O’Malley (Do,) hat diese Frage untersucht.