Hintergrund: Die therapieresistente Depression (TRD) betrifft bis zu 30–40% der Patienten mit einer Major-Depression und bleibt eine große therapeutische Herausforderung. Genetische und epigenetische Faktoren werden zunehmend als Schlüsselbeiträge zur Verwundbarkeit und zur Behandlungsantwort anerkannt. Methoden: Wir führten eine narrative Übersicht über Studien durch, die zwischen 2021 und 2025 veröffentlicht wurden, und konzentrierten uns ausschließlich auf DNA- und RNA-basierte Biomarker der TRD. Dreizehn Studien erfüllten die Einschlusskriterien und behandelten Kandidatengene, genomweite Assoziationsstudien (GWAS), neuroimaging-genetische Ansätze und MikroRNA-Profilierung. Ergebnisse: Genetische Untersuchungen bringen konstant neuroplastizitätsbezogene Gene (BDNF, NTRK2, PTEN, SYN1, MAPK1 und GSK3B) mit dem Risiko für TRD und deren Rückfall in Verbindung. Varianten in gen für glutamatergische Rezeptoren (GRIN2A, GRIN2B, GRIA2, GRIA3) zeigten vorhergesagte schnelle und anhaltende Reaktionen auf Ketamin. Genomische Ansätze zeigten zudem, dass zusammengesetzte genetische Panels Einzel-Variantenvorhersagen übertreffen. Parallel dazu erweisen sich MikroRNAs wie miR-1202, miR-16, miR-135, miR-124, miR-223 und miR-146a als dynamische Biomarker für die Behandlungsantwort, insbesondere in Kohorten, die mit Ketamin oder Elektrokrampftherapie behandelt wurden. Schlussfolgerungen: DNA- und RNA-basierte Biomarker bieten vielversprechende Möglichkeiten zur Verbesserung des Verständnisses und des Managements von TRD. Ihre Integration in klinische Rahmen könnte die Patientenschichtung, die Auswahl individualisierter Behandlungen und das Echtzeit-Monitoring der therapeutischen Effektivität unterstützen. Zukünftige Forschung sollte Replikation, methodologische Harmonisierung und longitudinale Validierung priorisieren, um die Übersetzung der Ergebnisse in die Präzisionspsychiatrie zu erleichtern.
Sulić et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.