Ein großer Teil der Forschung zu morphologischen Paradigmen macht die Vorhersage, dass unregelmäßige morphologische Muster der Allomorphie wahrscheinlicher entstehen und bestehen bleiben, wenn sie dazu dienen, wichtige funktionale Unterschiede zu kennzeichnen. Genauer gesagt wurde beobachtet, dass in einigen germanischen Sprachen, in denen die narrative Vergangenheit durch das Partizip Perfekt ausgedrückt wird, eine größere Affinität für Stammallomorphie besteht, die von Präteritumformen und Partizipien geteilt wird, während Präsensformen ausgeschlossen sind (das sogenannte ABB-Muster), da es dazu dient, die Markierung der binären semantischen Opposition zwischen Präsens und Vergangenheit zu verstärken. Anhand von Daten aus 107 verwandten Verben, die in 14 archaischen und zeitgenössischen germanischen Sprachen belegt sind, und einem neuartigen hierarchischen phylogenetischen Modell zeigen wir, dass es in Situationen, in denen die narrative Vergangenheit auf das Partizip Perfekt ausgeweitet wurde, eine größere langfristige Präferenz für dieses Alternationsmuster gibt, was diese Hypothese bestätigt. Wir erläutern weiter die Mechanismen, die dieser Assoziation zugrunde liegen, und zeigen, dass diese Assoziation besteht, weil Verben mit dem ABB-Muster eher dazu neigen, es in Situationen zu bewahren, in denen es eine wichtige binäre semantische Opposition kennzeichnet; es gibt jedoch weniger Beweise dafür, dass das ABB-Muster auf Verben mit unterschiedlichen Mustern unter denselben Umständen ausgeweitet wird. Diese Ergebnisse tragen zur Debatte bei, ob die Verteilung von Unregelmäßigkeiten, die wir linguistisch beobachten, hauptsächlich auf (1) die Erhaltung unregelmäßiger Muster oder (2) einen aktiven Drang zur Unregelmäßigkeit in bestimmten Kontexten zurückzuführen ist, und entsprechen eher der ersten Hypothese.
Craevschi et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.