Zusammenfassung Dieses Papier zielt darauf ab zu bewerten, wie groß der Anteil der Variation in Schulleistungen in Europa ist, der auf Umstände außerhalb der individuellen Kontrolle zurückzuführen ist, namentlich auf den sozioökonomischen Status der Familie und den nationalen Kontext. Mittels PISA 2022 Mikrodaten von 32 europäischen Ländern kombiniert mit makroökonomischen Indikatoren zur wirtschaftlichen Entwicklung – BIP pro Kopf, Lehrergehalt, Armut und Einkommensungleichheit – zeigen wir, dass ungefähr ein Fünftel der Leistungsunterschiede durch diese Umstände erklärt wird. Der familiäre Hintergrund spielt eine zentrale Rolle, während das Geburtsland allein etwa 15 % der Variation in den Ergebnissen ausmacht. Die Verteilungsanalyse mittels unbedingter Quantilsregression zeigt heterogene Effekte: Der sozioökonomische Status wirkt stärker bei leistungsstärkeren Schülern, das BIP pro Kopf hat einen positiven Effekt über die gesamte Verteilung mit größerem Einfluss in mittleren und oberen Perzentilen, und Armut mindert beständig die Leistungen, wobei die negative Wirkung bei leistungsschwächeren Schülern ausgeprägter ist. Diese Ergebnisse zeigen, dass sowohl Mikro- als auch Makrobedingungen systematisch Bildungungleichheiten in Europa verstärken und dass individuelle Anstrengungen allein die durch ungleiche Chancen bedingten Nachteile im Zusammenhang mit familiärem Hintergrund und nationalem Kontext nicht ausgleichen können.
Vuksanović et al. (Sat.) untersuchten diese Frage.
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