Die schnelle Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bildungssektor hat große Veränderungen im Lernumfeld durch intelligente Tutorensysteme, automatisierte Bewertungen, adaptives Lernen und Lernanalysen mit sich gebracht. Obwohl diese Innovationen die Personalisierung, Effizienz und Inklusion verbessern, erzeugen sie auch ethische Dilemmata hinsichtlich Datenschutz, Voreingenommenheit in Algorithmen, Transparenz, Verantwortlichkeit und Gerechtigkeit. Dieses Papier untersucht die Bedürfnisse und Wahrnehmungen der Interessengruppen, um einen verantwortungsvollen Rahmen für die ethische Anwendung von KI in Bildungseinrichtungen zu entwickeln. Eine quantitative Strategie wurde in beschreibender Weise verwendet und umfasste 100 gezielt ausgewählte Interessengruppen; dazu gehören Lehrer, Studierende, Administratoren und Entwickler. Die Daten wurden mithilfe eines strukturierten Fragebogens erfasst, der die Themen KI-Kompetenz, wahrgenommene ethische Risiken, wahrgenommene Relevanz ethischer Prinzipien und prognostizierte institutionelle Strukturen abdeckte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer eine recht gute Konzeptualisierung von KI (Durchschnitt = 3,9) haben und sich der Risiken von Ethik, insbesondere in Bezug auf Datenschutz (4,2) und Verantwortlichkeit (4,3), stark bewusst sind. Die Befragten erwarteten hohe moralische Werte wie Fairness, Inklusion, Transparenz und den Schutz persönlicher Daten und betonten die Bedeutung institutioneller Regeln, technischer Richtlinien, Schulungen und der Zusammenarbeit zwischen den Interessengruppen, um den verantwortungsvollen Einsatz von KI zu gewährleisten. Diese Ergebnisse zeigen den dringenden Bedarf, ein kontextsensitives ethisches KI-Modell zu entwickeln, das ein Gleichgewicht zwischen technologischen Innovationen und menschlichen Werten herstellt, um Vertrauen, Gerechtigkeit und Qualität im Lernen zu fördern und Entscheidungsträgern sowie Praktikern Fähigkeiten, institutionelle Governance und partizipative Ansätze für eine verantwortungsvolle KI-Implementierung in Lernumgebungen zu bieten.
Zaus et al. (Fri,) haben diese Frage untersucht.