Die Cyano-Gruppe ist eine wichtige und vielseitige funktionelle Gruppe in der medizinischen Chemie. Sie ist ein bedeutendes Ziel an sich und dient auch als Vorläufer für andere wertvolle Motive, einschließlich Aminomethyl- und Carboxamidgruppen. Die direkte deaminative Cyanierung aliphatischer Amine bleibt jedoch eine erhebliche Herausforderung aufgrund der Inertheit von C–N-Bindungen und der Instabilität von Aminen unter oxidativen Bedingungen. Hier berichten wir über die erste katalytische, direkte deaminative Cyanierung aliphatischer primärer Amine ohne Präaktivierung. Dieses Verfahren verwendet ein anomeres Amid zur Radikalerzeugung aus Aminen und TMSCN als Cyanquelle, wobei ein Kupferkatalysator und N-Fluorosulfonamid-Reagenz gemeinsam sowohl die Radikal-Kopplung als auch die Ausbreitung erleichtern. Diese Arbeit stellt bemerkenswerterweise die erste erfolgreiche Integration der Aktivierung anomerer Amide mit einer übergangsmetallkatalysierten Bindungsbildungsstrategie dar. Der Prozess verläuft über die in situ Bildung eines Isodiazen-Zwischenprodukts, wobei das von N–F abgeleitete stickstoffzentrierte Radikal dazu dient, den konkurrierenden HAT-Prozess zu scavenge und eine effiziente C–CN-Bindungsbildung zu ermöglichen. Diese Strategie ermöglicht nicht nur eine effiziente Cyanierung, sondern auch eine asymmetrische deaminative Cyanierung, Inversion von Stereozentren und nachgelagerte Transformationen wie Homologation und CO-Einschluss, und bietet neue Werkzeuge für die Diversifizierung eines privilegierten und reichlichen Vorläufers.
Xue et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.