Einleitung Seit der Legalisierung von Cannabis in Kanada ist der Konsum bei älteren Erwachsenen schneller gestiegen als in anderen Altersgruppen. Es besteht die Notwendigkeit, Konsummuster, Motivationen, den Zugang, die Wahrnehmung von Risiken und Vorteilen sowie die Frage, wie die Legalisierung das Verhalten älterer Erwachsener verändert hat – insbesondere im Hinblick auf Geschlecht und Konsumhäufigkeit –, besser zu verstehen. Methoden Wir führten 10 Online-Fokusgruppen mit 72 Teilnehmenden im Alter von 60 Jahren und älter durch, segmentiert nach der Häufigkeit des Cannabiskonsums. Die Fokusgruppen fanden in fünf Regionen Kanadas statt. Die Daten wurden mithilfe offener Fragen erhoben und thematisch analysiert. Ergebnisse Die Analyse ergab fünf Themenbereiche: gängige Praktiken; Allgemeinwissen; wahrgenommene Schäden; wahrgenommener Nutzen; sowie Veränderungen bei Stigmatisierung und sozialer Akzeptanz infolge der Legalisierung. Die Teilnehmenden wandten verschiedene Konsummethoden an, vor allem den oralen Konsum von Edibles (Gummibärchen/Gummies, Kapseln und Backwaren) sowie die Inhalation (Vapen und Rauchen). Die Legalisierung hat möglicherweise das mit Cannabiskonsum verbundene Stigma verringert. Sowohl häufige als auch gelegentliche Konsumierende wiesen auf den therapeutischen Nutzen von Cannabis hin, insbesondere zur Schmerzlinderung und für die psychische Gesundheit; viele äußerten jedoch auch Bedenken hinsichtlich potenzieller körperlicher und kognitiver Nebenwirkungen, möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sowie eines Mangels an vertrauenswürdigen Informationsquellen oder Beratung durch Gesundheitsfachkräfte. Schlussfolgerung Die Ergebnisse verdeutlichen die Komplexität des Cannabiskonsums bei älteren Erwachsenen, die mit spezifischen Herausforderungen und Risiken konfrontiert sind, sowie den Bedarf an umfassender öffentlicher Aufklärung und Unterstützung durch medizinisches Fachpersonal. Gezielte Forschung und Politikentwicklung zur Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse dieser unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppe sind dringend erforderlich.
Renard et al. (Wed,) untersuchten diese Frage.
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