Zusammenfassung Das Jahr war geprägt von den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni, bei denen die Wahlbeteiligung am niedrigsten war und die Neue Demokratie (Nea Dimokratia/ND) dominierte, wenn auch mit einem reduzierten Stimmenanteil im Vergleich zu den letzten Wahlen. Auf diese Wahlen folgten wichtige politische Entwicklungen. Wenige Tage später wurde eine Kabinettsumbildung angekündigt, und sowohl die Panhellenische Sozialistische Bewegung – Bewegung für den Wandel (Panellinio Sosialistiko Kinima – Kinima Allagis/PASOK-KINAL) als auch die Koalition der Radikalen Linken (Synaspismos tis Rizospastikis Aristeras/SYRIZA) hielten interne Wahlen für die Führung ab. Der amtierende Präsident von PASOK-KINAL wurde im Oktober wiedergewählt. Die Absetzung des Präsidenten von SYRIZA durch das oberste Organ der Partei Anfang November führte zum Austritt von fünf SYRIZA-Abgeordneten und damit dazu, dass PASOK-KINAL die Rolle der größten Oppositionspartei übernahm. SYRIZA wählte Ende November einen neuen Parteipräsidenten. Hinzu kam die beispiellose Ausschluss eines ehemaligen Ministerpräsidenten, Antonis Samaras, aus seiner eigenen Partei, ND. Inflation blieb ein zentrales Anliegen der Bürger. Griechenland wurde das erste orthodox-christliche Land, das die gleichgeschlechtliche Ehe legalisierte. Die Untersuchung des Zugunglücks von Tempi nährte weiterhin Proteste und die Vorwürfe einer Regierungsvertuschung. Wieder einmal verwüsteten Waldbrände verschiedene Teile des Landes. Die verheerenden Folgen von häuslicher Gewalt hielten an, mit insgesamt 16 Femiziden.
Harris Mylonas (Di.) untersuchte diese Frage.