Der Artikel analysiert den Prozess der expressiven Deformation und ikonoklastischen Verwüstung, der in einigen Werken der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu finden ist, die direkt von "klassischen" Motiven der sakralen oder religiösen Kunst inspiriert wurden. Dieser ungewöhnliche Weg sieht drei unterschiedliche Persönlichkeiten in einem wechselseitigen Dialog, zwischen Affinitäten und Kontrasten. Die Überwindung der physischen Grenzen des Gesichts in seiner physiognomischen Beschreibung reicht von Francis Bacon über die expressiven Erfahrungen von Arnulf Rainer hin zu Bildern, die einen tiefen ikonoklastischen Wunsch verraten. Die Reflexion über das komplexe Verhältnis zwischen Leben und Tod, das in diesen Werken ausgedrückt wird, führt zur modernen Ikonographie der Eitelkeit, die von Andy Warhol neu interpretiert wird. Die ikonografische Entweihung des Gesichts, obwohl sie durch unterschiedliche und scheinbar unversöhnliche Sprachen erfolgt, ist ein notwendiger Schlüssel zur Interpretation des Bildes des Sakralen in der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Milena Cordioli (Tue,) hat diese Frage untersucht.