Wir schlagen vor, dass das Entstehen des Bewusstseins bei lebenden Organismen neue Ziele und neue Funktionen mit sich brachte, die eine neue Kategorie der Selektion hervorriefen, die wir mentale Selektion nennen. Mentale Selektion umfasst ontogenetische Entscheidungen, die auf bewusst wahrgenommene und affektiv bewertete Muster gerichtet sind. Sie erweitert die Arten, Ziele und Regime der natürlichen und sexuellen-sozialen Selektion und ist ein Gerüst, auf dem die menschliche künstliche Selektion entstand. Wir schlagen vor, dass die funktionalen Effekte des Bewusstseins und die mentale Selektion, die sie ermöglicht, durch die Evolution einer offenen Form des assoziativen Lernens (unbegrenztes assoziatives Lernen (UAL)) vorangetrieben und ermöglicht wurden. UAL ermöglicht es Tieren, zwischen zusammengesetzten Wahrnehmungen und Handlungen zu unterscheiden und erlaubt plastisches Selbstlernen sowie zielgerichtetes Verhalten, das durch flexibel priorisierte physiologische Bedürfnisse angetrieben wird. Dies ermöglicht flexible Anpassungen an eine Vielzahl von Bedingungen und Ereignissen während des Lebens des Tieres. Wir schlagen vor, dass die auf UAL basierende Signalselaboration, die beispielsweise Räuber-Beute-, sexuelle und andere soziale Interaktionen umfasst, zur Evolution komplexer Wahrnehmungs-, emotionaler und motorischer Muster führte, die vor der Evolution des Bewusstseins nicht existiert haben könnten. Diese Muster, die als Signaturen des Bewusstseins betrachtet werden können, traten erstmals im Kambrium auf und schufen das Gerüst für die Evolution von phantasievollen Tieren und reflektierenden Menschen. Dieser Artikel ist Teil des Themenhefts „Evolutionäre Funktionen des Bewusstseins“.
Jablonka et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.