Die vorherrschende Darstellung der künstlichen allgemeinen Intelligenz (AGI) als diskreter Durchbruch verdeckt die dringendere Realität: AGI entsteht als allmähliche, kumulative Erosion der menschlichen Verifikationsmacht, verteilt über Institutionen und Entscheidungssysteme. Dieser Artikel betrachtet den AGI-Übergang durch die Linse der Absorptionskapazität; das heißt die Rate, mit der menschliche Systeme zunehmend autonome KI integrieren, steuern und sinnvoll überwachen können. Basierend auf empirischen Beobachtungen bei der Einführung von generativer KI im Unternehmensmaßstab an einer großen öffentlichen Universität und persönlichen Erfahrungen als langjähriger KI-Forscher und -Lehrer identifiziere ich in diesem Artikel drei kritische Asymmetrien, die diesen Übergang kennzeichnen: (1) Governance-Verzögerung, bei der politische Zyklen mit der technologischen Iterationsgeschwindigkeit nicht mithalten können; (2) institutionelle Fehlanpassung, bei der lokal rationale KI-Systeme kollektiv irrationale gesellschaftliche Ergebnisse erzeugen; und (3) Fähigkeitsungleichheit, bei der ungleicher Zugang zu KI strukturelle Vorteile verstärkt. Ich argumentiere, dass die definierende Herausforderung nicht das Erreichen technischer Übereinstimmung mit menschlichen Werten ist, sondern die Aufrechterhaltung epistemischer Autorität, also der menschlichen Fähigkeit, Systeme, die in latenten Räumen jenseits direkter Prüfung operieren, zu verifizieren, zu verstehen und zu steuern. Der Artikel schließt, dass der wahre Maßstab für die Bereitschaft für AGI nicht Rechenleistung oder algorithmische Raffinesse ist, sondern adaptive Governance: institutionelle Architekturen, die mit den Technologien, die sie regulieren müssen, ko-evolvieren können. Die Grenze liegt nicht in künstlicher Superintelligenz. Sie liegt in der kollektiven menschlichen Fähigkeit, für uns selbst verständlich zu bleiben, während wir in KI-vermittelte Entscheidungssysteme eingebettet sind.
Amarda Shehu (Mon,) studierte diese Fragestellung.
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