ZUSAMMENFASSUNG Während die Literatur zum Pflegeverlassen traditionell Fragen zur Behinderung ignoriert hat, gibt es nun einen wachsenden Forschungskorpus, der sich mit den Bedürfnissen von behinderten Jugendlichen, die die Pflege verlassen, beschäftigt. Ziel dieser Scoping-Überprüfung war es, vorhandenes Wissen über behinderte Pflegeverlassende zu bewerten und zu synthetisieren sowie Forschungslücken zu identifizieren. Der Rahmen von Arksey und O'Malley (2005) leitete den Ansatz zur Überprüfung der Literatur zu empirischen Studien, die sich mit der Population der behinderten Pflegeverlassenden befassen. Die Suche ergab die Identifizierung von 44 Artikeln, die über 40 verschiedene Studien in 10 verschiedenen Ländern berichteten. Zu den zentralen Themen, die aus der Analyse hervorgingen, gehörten die Überrepräsentation behinderter Jugendlicher in der Population der Pflegeverlassenden; Wohnarrangements nach der Pflege und Engagement in Bildung, Ausbildung und Beschäftigung; formelle und informelle Unterstützung für behinderte Pflegeverlassende; sowie Partizipation und Advocacy. Die Überprüfung identifizierte auch die breiten theoretischen Rahmenbedingungen, die die Forschung zu Behinderung und Pflegeverlassen beeinflussen, und aufkommende, unterforschte Bereiche im Zusammenhang mit Sexualität, Elternschaft und Strafjustiz. Die Implikationen dieser Erkenntnisse werden im Hinblick auf die Entwicklung von Politiken und Praktiken sowie die Weiterentwicklung zukünftiger Forschung zu Pflegeverlassenden erörtert.
Ingri‐Hanne Brænne Bennwik (Fri,) hat diese Frage untersucht.