Zusammenfassung Hintergrund Traumatische Hirnverletzungen (TBI) nehmen bei älteren Erwachsenen zu, mit hohen Raten an Notaufnahmen, Krankenhausaufenthalten und Sterblichkeit. Diese Ergebnisse führen häufig zu Annahmen von Aussichtslosigkeit und Behandlungsinaktivität. Viele ältere Patienten profitieren jedoch von aktiver Behandlung und Rehabilitation. Barrieren für optimale Versorgung sind die Unterrepräsentation älterer Erwachsener in der TBI-Forschung und das Fehlen evidenzbasierter geriatrischer TBI-Leitlinien. Ziel dieser Studie war es, die Epidemiologie, Behandlung und Ergebnisse von TBI bei Erwachsenen über 75 in einem großen Traumazentrum zu untersuchen. Methoden Es wurden Daten sämtlicher Patienten ab 75 Jahren mit TBI zwischen Juni 2023 und Dezember 2024 erhoben. Ergebnisse In diesen 18 Monaten erfüllten 92 Patienten die Einschlusskriterien; das Durchschnittsalter betrug 84 Jahre. 42 waren Frauen und 50 Männer; 36 hatten ein Polytrauma erlitten. Die häufigste Verletzungsursache war ein Sturz aus dem Stand (N=47), gefolgt von Treppenstürzen (N=16), Verkehrsunfällen (N=4), ein Sturz aus dem Fenster und ein Tiertrampeln. Die durchschnittliche Krankenhausverweildauer betrug 14 Tage. Von diesen Patienten wurden 38 nach Hause entlassen, 16 in die Rehabilitation, 6 in die Langzeitpflege, und 11 zurück ins überweisende Krankenhaus verlegt. Die Krankenhausmortalität lag bei 21 % (N=19). Dreizehn Patienten wurden operativ behandelt, 79 konservativ. Nur 60 % (N=46) erhielten eine Sturzbewertung. Von denen, die die Erstverletzung überlebten, verstarben 20 % (N=14) innerhalb eines Jahres, womit die Gesamtsterblichkeit nach einem Jahr 36 % betrug. Schlussfolgerung Ältere Erwachsene mit TBI stellen eine vulnerable Hochrisikogruppe mit signifikanter Mortalität dar, die höher ist als bei Hüftfrakturen. Dennoch bestehen Versorgungslücken – insbesondere bezüglich der Sturzbewertung nach Verletzungen. Die Schließung dieser Lücken durch die Entwicklung geriatriespezifischer Traumapfade und spezialisierter Versorgungsmodelle ist entscheidend zur Verbesserung der Ergebnisse in dieser wachsenden Patientengruppe.
Steven S. Lazarus (Mon,) hat diese Fragestellung untersucht.
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