Zusammenfassung PTH 3: Psychische Gesundheit und Flüchtlinge 1, B307 (FCSH), 3. September 2025, 17:00 - 17:54 Ziele Der globale politische Wandel hin zur Integration von Flüchtlingen in nationale Gesundheitssysteme zielt darauf ab, die Gerechtigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit der Versorgung zu verbessern. Es besteht jedoch auch das Risiko, dass Flüchtlinge nachteilig in Gesundheitssysteme integriert werden, die von unzureichender Finanzierung, ungleichem Zugang und Diskriminierung betroffen sind. Diese Studie zur Integration fragmentierter Flüchtlingsdienste im Bereich psychische Gesundheit in den englischen NHS untersucht, wie und warum progressive oder regressive Flüchtlingsintegration erfolgt. Methoden Die Feldforschung fand zwischen 2015-2016 und 2019-2021 statt. Sie umfasste sechs Monate Teilnehmende Beobachtung und Interviews mit 21 Fachleuten über 16 verschiedene NHS- und NGO-Dienstleister, die auf Prävention und Behandlung von PTSD bzw. Psychosen spezialisiert sind, sowie vier Psychiatriekommissaren und nationalen Entscheidungsträgern. Transkripte und Feldnotizen wurden induktiv analysiert. Die Daten aus Feldnotizen, Interviews und der Analyse von politischen Dokumenten wurden trianguliert. Ergebnisse Die Integration wurde durch eine Bifurkation in der klinischen Advocacy behindert, die unbeabsichtigt eine vereinfachte Dichotomie von Patientengruppen, Diensten und Pathologien reproduzierte. Flüchtlinge mit PTSD wurden als passiv, gesichert und nicht-rassifiziert konstruiert, im Gegensatz zu „ethnischen Minderheiten“ mit Psychosen, die als aktiv, risikobehaftet und rassifiziert konstruiert wurden. Diese Bifurkation förderte die Einbeziehung einiger marginalisierter Gruppen, schloss jedoch andere aus, wie Flüchtlinge mit Psychosen oder Personen, die komplexe rassistische Traumata erleben. Theorien der Grenzarbeit über drei Achsen (epistemisch, gemeinschaftlich und organisatorisch) helfen, die Persistenz dieser Bifurkation zu erklären. Epistemische Grenzen in Bezug auf klinische Diagnosen wurden von Fachleuten in Frage gestellt und waren relativ offen für Integration. Gemeinschaftliche Grenzen waren weniger durchlässig; die intrinsische Motivation der Fachleute stammte oft aus ihren Identitäten oder persönlichen Werten. Der Haupttreiber der Bifurkation war jedoch die Notwendigkeit, dass Gesundheitsdienste für Geldgeber nachvollziehbar sein müssen, die die Reproduktion organisatorischer Grenzen bevorzugten. Fazit Intersektionale Ansätze zur klinischen Advocacy und Finanzierung von Gesundheitssystemen sind erforderlich, um die Integration von Flüchtlingen in nationale Gesundheitssysteme zu unterstützen, die Schwierigkeiten haben, marginalisierte Bevölkerungsgruppen zu bedienen.
Philipa Mladovsky (Mon,) untersuchte diese Frage.
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