Zusammenfassung: Dieses Papier untersucht die semiotische Konstruktion des Fuchses als Symbol der Täuschung in der mittelalterlichen französischen Literatur, mit einem Fokus auf theologische Allegorie, Farbstigmatisierung und sozial-politische Marginalisierung. Durch die Analyse von Schlüsseltexten wie dem Physiologus und Le Roman de Renart zeigt die Studie, wie das rote Fell des Fuchses als polysemisches Zeichen für Ängste im Zusammenhang mit Häresie, weiblicher Sexualität und sozialer Unordnung fungierte. Aufbauend auf Yuri Lotmans kultureller Semiotik und Mary Douglass Reinheitstheorie zeigt die Forschung die doppelte Rolle der Tiersymbolik als Werkzeug religiöser Orthodoxie und Medium zur Unterminierung von Autorität auf. Die Ergebnisse unterstreichen die Persistenz der chromatischen Stigmatisierung bei der Gestaltung westlicher Narrative von Andersartigkeit und heben die ambivalente Position des Fuchses zwischen Dämonisierung und karnevalesker Rebellion hervor.
Zewen Wu (Thu,) hat diese Frage untersucht.