Figurative Sprache spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Denken und Ausdruck und Körperteilbegriffe bieten ein fruchtbares Forschungsfeld, um das Zusammenspiel von universellem Embodiment und kultureller Variation zu untersuchen. Kopf und Herz werden schon lange mit grundlegenden Dichotomien wie Denken versus Fühlen oder Vernunft versus Gefühl assoziiert. Diese Masterarbeit basiert auf der konzeptuellen Metapherntheorie (Conceptual Metaphor Theory, Lakoff & Johnson 1980 und spätere Arbeiten), ergänzt durch einige Perspektiven auf Embodiment (Verkörperung), Metonymie und kulturelle Modelle. Diese Studie analysiert, wie die Begriffe head/Kopf und heart/Herz im englischen und im deutschen Datensatz in figurativen Ausdrücken konzeptualisiert werden. Der empirische Teil dieser Arbeit verfolgt einen korpusbasierten Ansatz und nutzt die Subkorpora des Genres „Blog“ des English Web Corpus 2021 sowie des German Web Corpus 2020 von Sketch Engine. 1074 figurative Ausdrücke mit den Lemmata head/Kopf und heart/Herz wurden identifiziert und induktiv anhand zugrunde liegender Metaphern und Metonymien codiert, die anschließend zu übergeordneten konzeptuellen Themen zusammengefasst wurden. Die Analyse untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem englischen und dem deutschen Datensatz sowohl auf thematischer Ebene als auch in spezifischen metaphorischen und metonymischen Mustern. Sie zeigt, wie verkörperte Erfahrung mit sprachenabhängigen Ausdrucksformen und kulturellen Modellen zusammenwirkt. Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen einen Kontrast zwischen Kognition und Emotion bei der Konzeptualisierung von Kopf und Herz in beiden Sprachen und spiegeln zugleich erhebliche Überschneidungen wider. Head und Kopf werden primär mit dem Denken und mentalen Prozessen assoziiert, wobei unterschiedliche Aspekte kognitiver Aktivität hervorgehoben werden. Orientierungsbezogene (head als oberster Teil) und soziale Rollen Zuordnungen (mappings) (head als Führungsperson) treten im englischen Datensatz besonders häufig auf, während das Bild des Behälters (Container-Schema) für Kopf stärker präsent ist. Heart und Herz werden vorwiegend mit den Konzepten Emotion, (emotionales) Engagement und Authentizität verknüpft. Im deutschen Datensatz treten dabei mehr affektive Assoziationen hervor, während der englische Datensatz Metaphern der Zentralität und Essenz betont. Trotz dieser Unterschiede treten viele Metaphern und Metonymien in beiden Sprachen ähnlich häufig auf, was sowohl die verkörperte Basis als auch die enge kulturelle und sprachliche Beziehung widerspiegelt. Indem Embodiment als universelle Grundlage betont und zugleich kulturell-sprachliche Variation berücksichtigt wird, liefert diese Studie Einblicke darin, wie kulturell bevorzugte sprachliche Muster und kulturelle Modelle die figurative Konzeptualisierung von Kopf und Herz im alltäglichen (Internet-)Sprachgebrauch prägen können.
Tamina Macku (Wed,) studied this question.