Ziele: Quantitative Studien zum institutionellen (Nicht-)Engagement sind durch verfügbare Messinstrumente und zeitliche Anordnungsfragen eingeschränkt. Anhand einzigartiger und detaillierter qualitativer Daten untersuchen wir (Nicht-)Engagement-Verhaltensweisen und -Wahrnehmungen unter ehemaligen Inhaftierten. Methoden: Wir führten etwa 100 persönliche Interviews durch, um umfassende Informationen über ein breites Spektrum an Verhaltensweisen und Wahrnehmungen für drei Schlüsselinstitutionen: Finanzen, Gesundheit und Beschäftigung zu sammeln. Ergebnisse: Fast jeder in unserer Stichprobe war nach der Entlassung zumindest teilweise engagiert und erlebte ein begrenztes Engagement, während er die verfügbaren Optionen navigierte. Wenn Personen nicht engagiert waren, lagen häufige Gründe in unzureichenden Mitteln, um die Bankanforderungen zu erfüllen, oder in institutionellen bzw. logistischen Barrieren, die den Zugang erschwerten, was mit einer administrativen Belastungsperspektive übereinstimmt. Bedenken hinsichtlich der Lohnpfändung, eine Erklärung zur Vermeidung des Systems, wurden ebenfalls geäußert; jedoch war Vermeidung selten und auf die betroffene(n) Institution(en) beschränkt. Wir beobachteten auch institutionelle Interdependenz, bei der Barrieren, die mit einer Institution verbunden sind, das Engagement in einer anderen verhindern konnten. Schlussfolgerungen: Die Reduzierung oder Beseitigung von Barrieren beim Zugang zu Krankenversicherungen, Anforderungen an das Mindestguthaben und Belastungen für Arbeitsuchende mit Vorstrafen kann das institutionelle Engagement verbessern. Die Milderung von Belastungen in einem Bereich (z.B. formale Identifizierung oder Terminbeschränkungen) kann auch den Zugang zu anderen Institutionen (zum Beispiel formelle Beschäftigung oder Bankkonten) verbessern.
Denver et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.