Diese Masterarbeit untersucht die Rolle sozialer Medien im politischen Aktivismus in Afrika südlich der Sahara anhand von vier zentralen Bewegungen: #BringBackOurGirls (Nigeria), #FeesMustFall (Südafrika), #ThisFlag (Simbabwe) und #EndSARS (Nigeria). Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Plattformen wie Twitter, Facebook und Instagram zur Mobilisierung, Bewusstseinsbildung und zur Ausübung von Druck auf staatliche Institutionen genutzt werden. Die zentralen Forschungsfragen befassen sich mit (1) dem Einfluss sozialer Medien auf politische Entscheidungsprozesse, (2) den gesellschaftlichen Veränderungen, die mit Hashtag-Aktivismus verbunden sind, und (3) der Nachhaltigkeit solcher digitaler Bewegungen. Die Analyse erfolgt auf Grundlage eines qualitativen Forschungsdesigns, das eine Literaturauswertung, detaillierte Fallstudien und einen vergleichenden Ansatz kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Medien eine schnelle Mobilisierung und internationale Sichtbarkeit ermöglichen. Der langfristige Einfluss solcher Bewegungen hängt jedoch stark vom Engagement im analogen Raum, den strukturellen Rahmenbedingungen und der Fähigkeit ab, über die digitale Aufmerksamkeit hinaus Wirkung zu erzielen. Alle untersuchten Bewegungen verdeutlichen sowohl das Potenzial als auch die Grenzen digitalen Aktivismus in komplexen politischen Kontexten. Diese Arbeit trägt zu einem besseren Verständnis digitaler politischer Partizipation in Afrika südlich der Sahara bei und beleuchtet das sich wandelnde Verhältnis zwischen Technologie, Aktivismus und staatlicher Macht. Sie bietet zudem Handlungsempfehlungen für Aktivist:innen, Wissenschaftler:innen und politische Entscheidungsträger:innen, die digitale Plattformen für gesellschaftlichen Wandel nutzen möchten.
Lorin-Bernadette Ödek (Wed,) studied this question.