Faserverstärkte Polymerverbundwerkstoffe (FRPCs) werden aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit und geringen Umweltbelastung zunehmend im Bauwesen eingesetzt. Ihre breite Anwendung hat jedoch Bedenken hinsichtlich des End-of-Life-Managements geweckt, insbesondere unter europäischen Vorschriften, die hohe Recyclingquoten für Bau- und Abbruchabfälle (CDW) vorschreiben. Diese Studie bewertet verschiedene Systeme für das chemische Recycling von FRPCs durch mikrowellenunterstützte Solvolyse unter Verwendung grüner Lösungsmittel, einschließlich tieferutektischer Lösungsmittel (DESs) und biobasierter Essigsäure. Der Prozess zielt auf die Depolymerisation von duroplastischen Harzen ab und bewahrt dabei die Faserintegrität, indem er bei reduzierten Temperaturen (≤230 °C) und einem geringeren Energiebedarf im Vergleich zu konventionellen Techniken wie der Pyrolyse arbeitet. Ein systematisches experimentelles Design wurde auf aus CDW abgeleitete Polyesterverbundwerkstoffe angewendet und auf industrielle Epoxid- und Vinylesterverbundwerkstoffe ausgeweitet. Unter den getesteten Lösungsmitteln erzielte gefrorene Essigsäure + ZnCl2 (5 Gew.%) die höchste Abbaueffizienz von über 94 % in Kleinversuchen und hielt über 78 % bei der Skalierung. Die recycelten Fasern zeigten moderate Eigenschaftserhaltung, mit Festigkeits- und Dehnungseinbußen von ~30 % bzw. ~45 % für infusionsbasierte Epoxidverbundstoffe, während die aus fasergezogenen Epoxidverbundstoffen 16–19 % einbüßten und ähnliche Eigenschaften wie das Ausgangsmaterial behielten. Das Verfahren erleichtert die Fasergewinnung mit begrenztem Abbau und steht im Einklang mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft durch Lösungsmittelwiederverwendung und Minimierung der Umweltbelastung.
Murillo-Ciordia et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.