Hintergrund: Akzentuierte Sprache enthält sprecherindizierende Hinweise, die Zuhörer nutzen können, um die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen abzuleiten. Dennoch bleibt unklar, wie das auditive System die Variabilität von Akzenten kategorisiert und wie dieser Prozess von der Sprachexperience abhängt. Methoden: In der aktuellen Studie wurde EEG eingesetzt und das MMN-ODDBall-Paradigma verwendet, um die prä-attentive neuronale Sensitivität gegenüber Akzentänderungen bei englischen Wörtern zu testen, die von Sprechern mit kanadischem Englisch oder Mandarin-Chinesisch-Akzent produziert wurden. Es wurden drei Teilnehmergruppen getestet: Native English-Hörer, L1-Mandarin-Hörer und Heritage Mandarin-Hörer. Ergebnisse: In den Gruppen der Native English- und L1-Mandarin-Hörer beobachteten wir MMNs gegenüber dem kanadischen Akzent im Englisch, was darauf hindeutet, dass das Gehirn Sprache nach Akzent gruppieren kann, trotz erheblicher intersprecherlicher Variation, und dass diese Gruppierung mit einer erfahrungsabhängigen Sensitivität gegenüber Akzent übereinstimmt. Die Exposition gegenüber Englisch mit Mandarin-Chinesisch-Akzent modulierte die Magnitude des MMN. Zeit-Frequenz-Analysen deuteten darauf hin, dass α- und niedrige β-Power während der Akzentkodierung je nach sprachlichem Hintergrund variierte, wobei native English-Hörer eine stärkere Aktivität zeigten, wenn sie mit Mandarin-Chinesisch-accented English konfrontiert wurden. Schließlich spiegelte die neurophysiologische Reaktion in der Heritage-Mandarin-Gruppe einen breiteren phonologischen Raum wider, der sowohl kanadisches Englisch als auch Mandarin-accented English umfasst, und seine Magnitude wurde durch die Chinesisch-Kenntnisse vorhergesagt. Schlussfolgerungen: Diese Ergebnisse liefern hirnbasierte Beweise dafür, dass die automatische Akzentkategorisierung nicht einheitlich unter den Zuhörern ist, sondern mit der nativen Phonologie und der Zweitsprachenexperience interagiert.
Hong et al. (Sat,) studierten diese Frage.
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