Hintergrund: Bundesvorschriften, die Opioidbehandlungsprogramme (OTPs) regeln – die während und nach dem COVID-19-Gesundheitsnotstand geändert wurden – gewährten OTPs größere Flexibilität in der klinischen Versorgung (z.B. Mitnahme von Methadon-Dosen, Telemedizin). Überarbeitete Vorschriften scheinen die Patientensicherheit nicht beeinträchtigt zu haben und wurden von Patienten und Klinikern weitgehend begrüßt. Dennoch variierte die Übernahme in den OTPs, und einige kehrten zu den Praktiken vor der Pandemie zurück. In dieser qualitativen Studie untersuchten wir die Variation in klinischen Praktiken über die OTPs des U.S. Department of Veterans Affairs (VA) nach der Gelegenheit zur Reform sowie die Überzeugungen und Perspektiven von OTP-Verwaltungskräften, die Licht auf die Variabilität der Entscheidungen zur Annahme programmatischer Änderungen werfen können. Methoden: Wir kontaktierten die OTP-Verwaltungskräfte (Ärztliche Direktoren, Programmmanager) an allen 33 VA OTPs landesweit. Wir führten von September 2023 bis Juni 2024 halbstrukturierte Interviews durch. Die Daten wurden mit einem induktiv-deduktiven Analyseansatz unter Verwendung der Rahmenmethode analysiert. Transkripte wurden kodiert und in eine Rahmenmatrix überführt, die standortspezifische Merkmale, klinische Praktiken und Anforderungen sowie Zusammenfassungen von Bereichen, die während der Kodierungsphase entwickelt wurden, umfasste, was einen Vergleich über die Standorte ermöglichte. Ergebnisse: Verwaltungskräfte von 28 von 33 VA OTPs schlossen Interviews ab. Die Teilnehmer beschrieben unterschiedliche Klinikrichtlinien hinsichtlich Mitnahmeschulden, Häufigkeit und Reaktion auf Toxikologie-Tests sowie Anforderungen zur Teilnahme an Gruppen. Die Nutzung von Telemedizin nahm in fast allen Standorten zu. Die Entscheidungen, flexiblere klinische Anforderungen zu übernehmen, schienen unterschiedliche Wahrnehmungen von Patienten- und Gemeinderisiken sowie Überzeugungen über die Auswirkungen der Vorschriften auf das therapeutische Umfeld widerzuspiegeln. Während die Führungskräfte die Gelegenheit schätzten, die Behandlung zu individualisieren, äußerten sie auch den Bedarf an Leitlinien, um eine konsistente und gerechte Versorgung zu gewährleisten. Schlussfolgerungen: Diese Studie zeigt eine Variation in der klinischen Praxis von OTPs im VA im Zuge regulatorischer Reformen. Um die Entscheidungsfindung im neuen regulatorischen Umfeld zu informieren, sollte die Forschung, die die Auswirkungen klinischer Praktiken von OTPs auf das Engagement, die Bindung und die Qualität der Versorgung untersucht, Priorität haben.
Wyse et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.