Dieser Artikel untersucht das Phänomen des Bürgerjournalismus in den Produktionsprozessen simbabwischer Gemeindebezogener Zeitungen. Er hinterfragt die Unterscheidung zwischen Bürgerjournalismus und professionellem Journalismus und fordert ein Umdenken in Bezug auf ‚Bürgerjournalismus‘ im simbabwischen Kontext. Die Daten wurden durch partizipative Beobachtung und Interviews mit Herausgebern, Eigentümern, Bürgerjournalisten und professionellen Journalisten gesammelt. Die Daten wurden thematisch analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass finanzielle Herausforderungen und Personalmangel die Gemeindebezogenen Zeitungen dazu treiben, Bürgerjournalisten als Quellen für billige Arbeit für die Nachrichtenbeschaffung zu engagieren und um Reichweite, Leserschaft zu erhöhen und Kosten zu senken. Bürgerjournalisten werden auch engagiert, um Spender anzulocken, und helfen, ein altruistisches Bild einer Gemeindebezogenen Zeitung zu zeichnen, die Raum für die Stimmen gewöhnlicher Bürger bietet. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass die Grenze zwischen Bürger- und professionellen Journalisten zunehmend verwischt wird. Dieser Trend ist das Ergebnis kontinuierlicher Schulungsworkshops und Auffrischungskurse über Nachrichten schreiben und Ethik, der Forderungen einiger Bürgerjournalisten, als Fachleute behandelt zu werden, sowie der Erwerb formaler journalistischer Ausbildungen. Der Erwerb formaler journalistischer Ausbildungen ermöglicht es Bürgerjournalisten, die Grenze zwischen Bürgerjournalismus (der Außengruppe) und professionellem Journalismus (der Innengruppe) zu überschreiten. Diese Grenzverwischung gibt ihnen Zugang zu einigen der (materiellen) Vorteile, die mit der Zugehörigkeit zur 'Innengruppe' aus professionellen Journalisten verbunden sind.
Chibuwe et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.