Die Plazentaablösung (PA) ohne vaginale Blutung ist bekannt dafür, im Vergleich zu symptomatischen Fällen mit schweren Ergebnissen assoziiert zu sein; das Vorliegen von hypertensiven Erkrankungen der Schwangerschaft (HDP) ist ein zusätzlicher negativer prognostischer Faktor. Laut Richtlinien sind schwere HDP Indikationen für eine sofortige Entbindung nach der Stabilisierung von Mutter und Fötus. Unter Berücksichtigung des Gestationsalters, der Parität und der klinischen geburtshilflichen Untersuchung sollte die Einleitung der Geburt priorisiert werden, um zusätzliche Risiken im Zusammenhang mit dem Kaiserschnitt zu vermeiden. Da jedoch nur eine Minderheit der Fälle von PA durch Ultraschall (US) erkannt werden kann, sollten Befunde, die mit diesem Verdacht übereinstimmen, zur Festlegung eines geeigneten Entbindungsmodus beitragen. Wir präsentieren zwei Fälle mit schweren HDP, Eklampsie und HELLP-Syndrom, die im St. Luke Catholic Hospital, Wolisso, Äthiopien, aufgenommen wurden. In beiden Fällen ergab der geburtshilfliche Point-of-Care (POC) US einen lebenden Frühgeborenen und eine feste heterogene plazentare Masse, was den Verdacht auf eine verborgene Plazentaablösung weckte. Um die Entbindung zu beschleunigen, wurde umgehend ein Kaiserschnitt angeboten. In beiden Fällen wurde PA bestätigt; der erste Fall endete mit einer Totgeburt und postpartaler Blutung, während der zweite Fall mit einer gesunden Mutter und einem gesunden Neugeborenen endete. Zusammenfassend könnte die POC-US-Bildgebung eine Rolle bei der Optimierung des Entbindungsmodus und des Zeitpunkts für Patienten mit HDP in ressourcenschwachen Umgebungen spielen. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Auswirkungen dieser Technik im Management geburtshilflicher Notfälle zu bestimmen.
Orsi et al. (Wed,) haben diese Frage untersucht.