Diese Studie untersuchte, ob individuelle Unterschiede in der defensiven Funktionsweise helfen zu erklären, warum Menschen Verschwörungsglauben unterstützen. Eine Gemeinschaftsstichprobe von 516 Erwachsenen absolvierte Maßnahmen zur Verschwörungsideation, zeitgenössischen Verschwörungsglauben (CCB) und Verteidigungsstilen. Die Ergebnisse zeigten, dass eine höhere Unterstützung von Verschwörungsglauben mit einem eher unreifen Stil assoziiert war, während der reife Stil keine Assoziation zeigte und der neurotische Stil kleine, nicht replizierte Effekte aufwies. Auf der Ebene einzelner Abwehrmechanismen war Spaltung der einzige replizierte Prädiktor für Verschwörungsideation. Es gab auch einen kleinen moderierenden Bildungseffekt, der darauf hinweist, dass kontextuelle Variablen beeinflussen können, wie Abwehrmechanismen mit Verschwörungsglauben zusammenhängen; diese Befunde sind explorativ und erfordern eine Replikation. Darüber hinaus war CCB mit allgemeiner Verschwörungsideation assoziiert. Unter den soziodemografischen Merkmalen wurde festgestellt, dass linksgerichtete Menschen und solche mit höherem Bildungsniveau niedrigere Levels von Verschwörungsideation aufwiesen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Verschwörungsglauben teilweise defensive Funktionen erfüllen könnten und dass die Berücksichtigung eines Kontinuums der Abreifung psychologische Erklärungen für verschwörungstheoretisches Denken bereichern könnte. Spekulative Interpretationen sollten ausschließlich als Hypothesen betrachtet werden und erfordern eine Bestätigung in weiteren unabhängigen Stichproben.
Antichi et al. (Thu,) untersuchten diese Frage.