Zusammenfassung Der Lehrberuf gewinnt in den letzten Jahren sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf wissenschaftlicher Ebene immer mehr an Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenhang hat sich die Erkenntnis, dass die Qualität von Bildung in besonderem Maße von den Lehrenden abhängt, als eine zentrale Annahme in der internationalen Bildungsforschung etabliert. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die Ausbildung von Lehrkräften. Die Lehrendenbildung im Allgemeinen und die Deutschlehrendenbildung im Besonderen können nicht mehr als eine beiläufig erlernte Kompetenz im Rahmen eines philologischen Germanistikstudiums betrachtet werden. Stattdessen erfordert die Professionalisierung des Lehrendenberufs eine fundierte Ausbildung in den Bildungswissenschaften, die angehenden Lehrkräften umfassende Möglichkeiten bietet, sich vertieft mit den Inhalten, Methoden und Konzepten ihres Fachs auseinanderzusetzen. Auch die Ausbildung von Deutschlehrenden in der Türkei kann sich diesen Entwicklungen nicht entziehen und muss nach effizienten Maßnahmen und Strategien suchen, die zur Professionalisierung des Deutschlehrendenberufs beitragen. Der vorliegende Beitrag basiert daher auf einer Fragebogenerhebung unter praktizierenden Lehrenden im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) in der Türkei. Ziel der Studie ist es, einerseits die rückblickend als entscheidend empfundenen Motive für die Berufswahl zu analysieren und andererseits die Einschätzungen der Befragten zur Relevanz der universitären Studieninhalte für ihre berufliche Praxis zu erfassen. Durch ihren retrospektiven Ansatz eröffnet die Untersuchung eine bislang wenig beachtete Perspektive auf die Lehrendenbildung an türkischen Hochschulen und liefert wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung entsprechender Studienprogramme.
Tan et al. (Thu,) studied this question.