Mittels Queer-Theorie, theologischer Ontologie und methodistischer/wesleyanischer Theologie wird in dieser Dissertation Systematische Theologie als eine performative, ethisch verantwortliche Praxis neu konzipiert. Das Projekt kritisiert die Komplizenschaft der systematischen Theologie mit heteronormativer und rassifizierter Gewalt und argumentiert, dass die Theologie nach ihren Auswirkungen beurteilt werden muss. Unter Rückgriff auf Judith Butlers Gender-Performativität, Paul Tillichs ontologisch-systematische Methode, Santiago Zabalas hermeneutische Ontologie und Christian Danz' Pneumatologie verwebt die Dissertation eine Theorie der theologischen Performativität, die sich mit der ontologischen Funktion von Lehren als den Normen befasst, durch die sowohl religiöse Inhalte als auch religiöse Personen ins Sein kommen. Christliche Inhalte wie Gott werden nicht als statische Essenzen, sondern wie Geschlecht als historisch kontingente - und daher ethisch verschränkte - verkörperte Sinnkonstellationen verstanden, durch die soziales Leben möglich ist. Ohne die systematische Kohärenz oder die schöpferische Kraft Gottes aufzugeben, definiert dieser Ansatz systematische Theologie als einen Ort des kritischen Handelns und der gemeinschaftlichen Bildung neu. Das Projekt besteht darauf, dass LGBTQIA+-Personen bereits an den Praktiken der Verkörperung teilnehmen, durch die sich das Christentum konstituiert, und dass ihr Leben weiterhin als Quelle theologischer Reflexion ernst genommen werden muss. Unter Einbeziehung von Queer-Theologen wie Patrick Cheng und Marcella Althaus-Reid sowie den Worten des gender-nonkonformen Performance-Künstlers ALOK lädt die Dissertation systematische Theologie ein, aus dem essentialisierenden Schrank der Heteronormativität herauszutreten, indem sie ihre bereits kritische Methode und ihre Rolle in der laufenden ethischen Reflexion anerkennt. Auf diese Weise schlägt „Being Interpreted“ eine (queere) systematische Theologie vor, die nicht deskriptiv, sondern konstruktiv ist und verschiedene Theologien des Lebens in Fülle als Teil einer wissenschaftlichen, ethisch verantwortlichen und relationalen Disziplin kultiviert.
Jeffrey Joseph Warren (Wed,) studied this question.
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