Abstrakt Bei der energetischen Analyse von Bestandsgebäuden kommt sowohl der Bewertung der flächenbezogenen Bauteileigenschaften durch den U‐Wert als auch der Identifikation energetischer Schwachstellen, wie z. B. Wärmebrücken, eine zentrale Bedeutung zu. Ziel dieser Studie ist es, die Eignung der Thermografie zur qualitativen und quantitativen In‐situ‐Bewertung von Wärmebrücken zu überprüfen. Dazu werden drei Versuchswände in einem realitätsnahen Versuchsaufbau parallel untersucht. Die thermografischen Messergebnisse (IRT) werden sowohl mit kontaktbasierten Messwerten (NTC) als auch mit einer thermischen Modellierung verglichen und eingeordnet. Die Auswertung zeigt hohe Übereinstimmung zwischen NTC‐ und IRT‐Messungen mit Bestimmtheitsmaßen zwischen 0,80 und 0,88. Die festgestellten Unterschiede zwischen den Messarten treten insbesondere an der Außenoberfläche der Versuchswände als systematische Verschiebung um im Mittel 0,7 K auf. Eine Abschätzung des ƒ Rsi ‐Wertes war aufgrund ausgeprägter transienter Effekte weder aus den thermografischen noch aus den kontaktbasierten Messdaten möglich. Damit lassen sich qualitative Aussagen zur Wärmebrückenerkennung einfach und zuverlässig ableiten, während belastbare quantitative Auswertungen Langzeitmessungen unter stabilen Randbedingungen erfordern. Insgesamt verdeutlicht diese Untersuchung das Potenzial thermografischer Methoden in Kombination mit weiterentwickelten Analyseverfahren.
Geske et al. (Sun,) studied this question.