Anwendungen für Smartphones und Tablets haben gezeigt, dass sie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen bei Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen unterstützen, wodurch die Unabhängigkeit im täglichen Leben und im Beruf gefördert wird. Die schnelle Entwicklung und Diversifizierung solcher Anwendungen hat jedoch die Auswahl und Anpassung geeigneter Anwendungen an die individuellen Nutzermerkmale zunehmend komplex gemacht. Diese Studie hatte zum Ziel, die Perspektiven von Fachleuten zur Auswahl und Anpassung von Anwendungen für Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen nach erlittenen Hirnverletzungen zu klären. Es wurden halbstrukturierte Interviews mit 12 Rehabilitationsexperten durchgeführt, die an der Bereitstellung von Hilfstechnologiegeräten beteiligt sind. Häufig verwendete Anwendungen umfassten solche für Terminmanagement, Routenführung, Lebensstilmanagement und Kommunikationsunterstützung. Die Eignung wurde anhand der vor der Verletzung verwendeten Geräte und kognitiver Merkmale beurteilt, insbesondere Sprache, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und visuell-räumliche Funktionen. Herausforderungen bei der Benutzbarkeit, wie übermäßige Funktionalität, tiefe hierarchische Strukturen und geringe Sichtbarkeit, hoben die Bedeutung eines einfachen und anpassbaren Designs hervor. Umweltfaktoren, einschließlich des Wissens der Fachleute, fortlaufender Unterstützung und Zugänglichkeit, wurden ebenfalls als Beeinträchtigungen der langfristigen Implementierung berichtet. Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine multidimensionale Bewertung, die Nutzermerkmale, Anwendungsfunktionen und Umwelkontexte integriert, relevant ist. Stärkung der Evidenz zur Wirksamkeit von Anwendungen, Klärung der Anpassungskriterien, Förderung eines nutzerzentrierten Designs und Entwicklung strukturierter Schulungs- und Unterstützungssysteme für sowohl Nutzer als auch Fachleute könnten wichtig sein für die effektive und nachhaltige Implementierung mobiler Technologien.
Kawasaki et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.