Abstract Hintergrund: Bei Patienten mit hormonsensitivem/humanem epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor-2-negativem metastasiertem Brustkrebs (MBC) mit ≥ 1 PIK3CA-, AKT1- oder PTEN-Tumorveränderungen ist Capivasertib plus Fulvestrant in den USA zur Anwendung nach Progression unter mindestens einer endokrinbasierten Therapie zugelassen. Diese Studie untersuchte die realweltlichen Behandlungsmuster von Capivasertib in den USA. Methoden: Diese retrospektive Kohortenstudie verwendete die aus elektronischen Gesundheitsakten von Flatiron Health abgeleitete Datenbank. Einschlusskriterien waren Alter ≥18 Jahre, Diagnose MBC, Beginn der Capivasertib-Behandlung zwischen dem 16. November 2023 und dem 31. Juli 2024 sowie mindestens 6 Monate potenzielle Nachbeobachtungszeit ab Therapiebeginn (Indexdatum). Die realweltliche Zeit bis zum Therapieabbruch (rwTTD) und bis zur nächsten Therapielinie (rwTTNT) wurden ab Indexdatum bewertet. Mittels Zusammenfassungsstatistiken wurden Patientenmerkmale zum Studienbeginn und Behandlungsmuster beschrieben. rwTTD und rwTTNT wurden mittels Kaplan-Meier-Methode geschätzt. Die Therapielinie (LOT) wurde anhand eines Algorithmus definiert, der frühere Behandlungen berücksichtigte. Ergebnisse: Es wurden 412 Patienten mit MBC identifiziert, die Capivasertib erhielten. Das Medianalter betrug 67 Jahre (IQR 60, 75). Die Mehrheit war weiblich (98,8 %), weiß (71,6 %) und stammte aus ambulanten Praxen (83,0 %). Vor Beginn von Capivasertib lagen Erkrankungsherde an folgenden Stellen vor: Knochen (91,0 %), Leber (44,2 %), Lunge (28,2 %) und Gehirn (7,0 %). Bei 90,3 % der Patienten wurden PIK3CA-, AKT1- oder PTEN-Veränderungen dokumentiert: PIK3CA (75,0 %), PTEN (14,3 %) und AKT1 (10,0 %). In 25,5 % der Fälle wurden Ko-Mutationen mit ESR1-Mutationen beobachtet. Vorherige Therapien beim MBC umfassten: CDK4/6-Inhibitoren (87,1 %), Fulvestrant (66,0 %), Chemotherapie (31,8 %), Alpelisib (20,6 %) und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (14,1 %) in beliebiger vorheriger LOT. Die meisten Patienten erhielten Capivasertib mit Fulvestrant (n=387; 93,9 %); bei 25 Patienten (6,1 %) wurde eine Kombination mit anderer endokriner Therapie oder allein dokumentiert, konnte aber wegen Datenbeschränkungen nicht verifiziert werden. Unter den als Capivasertib plus Fulvestrant Behandelten (n=387/412, 93,9 %) erhielten mehr als die Hälfte Capivasertib in der Zweitlinie (2L) (n=115, 29,7 %) oder Drittlinie (3L) (n=102, 26,4 %), viele auch in der vierten oder späteren Linie (4L+) (n=146, 37,7 %). Die mittlere rwTTNT betrug in 2L und 3L 7,1 Monate (IQR 5,8, NE) bzw. 6,9 Monate (IQR 6,1, 7,8). Die mediane rwTTD lag in 2L und 3L bei 6,9 Monaten (IQR 5,3, NE) bzw. 6,6 Monaten (IQR 5,2, 7,1) (Tabelle 1). Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse dieser großen Datenbankanalyse von US-Patienten zeigen die Wirksamkeit von Capivasertib plus Fulvestrant in der Realweltpraxis. Klinische Ergebnisse in 2L und 3L stimmen eng mit denen der Phase-3-randomisierten kontrollierten CAPItello-291-Studie überein, die zur FDA-Zulassung des Capivasertib-plus-Fulvestrant-Regimes führte. Numerisch bessere Ergebnisse wurden bei Patienten beobachtet, die Capivasertib in früheren gegenüber späteren Therapielinien einsetzten. Zitationsformat: K. H. Natsuhara, L. Park, S. Udayachalerm, R. Mireia, B. Murphy, B. Nordstrom, L. A. Huppert. Real-world Treatment Patterns of Capivasertib in Metastatic Breast Cancer in the US abstract. In: Proceedings of the San Antonio Breast Cancer Symposium 2025; 2025 Dec 9-12; San Antonio, TX. Philadelphia (PA): AACR; Clin Cancer Res 2026;32(4 Suppl):Abstract nr PS5-05-23.
Natsuhara et al. (Di,) untersuchten diese Fragestellung.
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