Das Ziel von Social Marketing Kampagnen ist es, gesellschaftlich erwünschte Verhaltensänderungen zu vermitteln. Dabei stoßen solche Kampagnen wiederholt auf Widerstand. In der Psychologischen Reaktanztheorie (PRT) wird dies damit begründet, dass Handlungsappelle die wahrgenommene Freiheit einschränken. Daraus resultiert eine motivationale Abwehrhaltung, die darauf abzielt, die eigene Autonomie wiederherzustellen. Reaktanz ist demnach ein häufiger Grund, warum Kampagnen scheitern. Von dieser Problematik ausgehend untersucht die Studie, ob die Verwendung humorvoller Elemente Reaktanz verringern kann. In einem Experiment wurden Studienteilnehmende (N = 104) zufällig einer humorvollen oder ernsthaften Kampagne zum Thema Fahrradhelmtragen ausgesetzt. Erwartet wurde, dass die Stärke der auftretenden Reaktanz sowie die wahrgenommene Freiheitsbedrohung je nach Kampagnentyp (humorvoll/ernsthaft) variieren und dass die Stärke des Effekts von der individuellen Involviertheit mit dem Thema abhängt. Die Ergebnisse konnten diese Annahmen nicht statistisch bestätigen, was darauf hindeutet, dass Humor unter den gegebenen Bedingungen die psychologische Reaktanz nicht verringert. Vorherige Ergebnisse, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der eingeschränkten Freiheitswahrnehmung und Reaktanz gibt, konnten bestätigt werden.
Catharina Julia Pechmann (Wed,) studied this question.