Zusammenfassung Jüngste Beweise zeigen einen starken korrelativen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und intrusiven Erinnerungen nach traumatischen Ereignissen, vermutlich aufgrund unzureichender (nächtlicher) Gedächtnisintegration. Die zugrunde liegenden Mechanismen dieses Zusammenhangs und die Rolle spezifischer neuronaler Aktivitäten während des Schlafs sind bisher jedoch schlecht verstanden. Hier untersuchten wir, wie die intraindividuelle affektive Reaktion auf ein experimentelles Trauma Änderungen der oszillatorischen Aktivität während des anschließenden Schlafs vorhersagt und wie diese Änderungen die Verarbeitung des experimentellen Traumas vorhersagen. In einem randomisierten innerhalb der Probanden Vergleich sahen zweiundzwanzig gesunde weibliche Teilnehmer (23,14 ± 2,46 Jahre) an zwei separaten Nächten vor dem Schlafengehen einen gut validierten Filmclip mit „traumatischen“ Inhalten sowie einen neutralen Filmclip an. Die Herzfrequenz wurde während der Filmclips aufgezeichnet und die nächtliche Gehirnaktivität wurde in den folgenden Nächten mit einem 64-Kanal-Hochdichte-EEG aufgezeichnet. Intrusive Erinnerungen wurden über ein sechs Tage umfassendes Tagebuch erfasst und negativer Affekt wurde eine Woche nach dem Trauma-Film mit experimentellen Trauma-Film-Erinnerungen beurteilt. Eine erhöhte intraindividuelle Herzfrequenz während des Trauma-Films sagte eine höhere intraindividuelle Schlafspindel-Hüllkurve in der folgenden Nacht voraus. Eine erhöhte Theta-Aktivität (4,25 - 8 Hz) während des Rapid Eye Movement (REM)-Schlafs nach dem Trauma-Film sagte weniger trauma-filmbezogene intrusive Erinnerungen und negativen Affekt voraus. Ebenso sagte ein Anstieg der Schlafspindeln nach dem Trauma-Film weniger trauma-filmbezogene intrusive Erinnerungen voraus. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine erfahrungsabhängige Hochregulation dieser nächtlichen oszillatorischen Aktivitätsmuster, die bekannt dafür sind, in adaptive Gedächtniskonsolidierungsprozesse involviert zu sein, als schützender Faktor gegen die Entwicklung traumabezogener intrusiver Erinnerungen dient. Insbesondere scheinen hier erhöhte Theta-Aktivität während des REM-Schlafs und Schlafspindelaktivität von Bedeutung zu sein.
Azza et al. (Dienstag) untersuchten diese Frage.