Zusammenfassung Das Paradoxon des gesunden Kontexts – das Phänomen, dass Opfer von Mobbing in Klassenzimmern mit niedrigeren Mobbingraten schlechtere Anpassungen zeigen – wurde überwiegend für psychologische Ergebnisse dokumentiert, bleibt jedoch hinsichtlich der sozialen Dynamiken unter Gleichaltrigen weniger erforscht. Die vorliegende Studie untersuchte, ob dieses Muster auch bei der Akzeptanz und Ablehnung von Opfern über ihr Freundschaftsnetzwerk hinaus beobachtbar ist. Anhand von soziometrischen Daten von 915 ungarischen Schülern im Alter von 11 bis 18 Jahren aus 40 Klassenzimmern schätzten wir mehrstufige Modelle, um zu testen, ob die Normen zur Viktimisierung auf Klassenebene mit der Variation der Beziehung zwischen individueller Viktimisierung und sozialen Ergebnissen verbunden waren. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Opfer in Klassenzimmern mit niedrigeren Viktimisierungsnormen weniger gegenseitige Freundschaften, eine niedrigere Akzeptanz und eine höhere Ablehnung berichteten als Opfer in Klassenzimmern mit höheren Viktimisierungsnormen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zusammenhänge zwischen Viktimisierung und sozialem Status bei Gleichaltrigen systematisch in verschiedenen Klassenzimmerkontexten variieren. Die Studie hebt die Bedeutung der Berücksichtigung von Nominierungsmustern auf Klassenebene bei der Interpretation soziometrischer Indikatoren hervor und diskutiert die Implikationen für die Forschung zu peer-beziehungen in Umgebungen mit niedrigem Mobbing.
Hoffmann et al. (Mittwoch) haben diese Frage untersucht.