Dieses Papier verfolgt den Wandel von der erdölbasierten Chemie zur Verwendung von Enzymen, um eine nachhaltige Denim-Färbeindustrie zu ermöglichen, und fragt, warum Enzyme die Lösung zur Neugestaltung der Chemie in einem Forschungszentrum in Dänemark werden. Mithilfe ethnographischer Methoden untersucht das Papier die Mittel und Materie, durch die soziotechnische Vorstellungen einer nachhaltigen Zukunft geschaffen werden, indem beobachtet wird, wie Entwicklungen in der Wissenschaft mit der Verwendung von Metriken verbunden werden, um chemo-enzymatischen Indican, den Namen des Farbstoffs, zu ermöglichen. Die Ethnographie trägt zu unserem Verständnis von Materie als treibende Kraft soziotechnischer Vorstellungen bei, indem sie zeigt, wie unsere Verstrickung in petrochemischen Rückständen die Vorstellung einer enzymatischen Zukunft nährt. Um diese Wahl der Materie – Enzyme – zu verstehen, untersucht das Papier die Wechselbeziehung zwischen Dänemarks vergangenen und gegenwärtigen wissenschaftlichen Engagements sowie wie Technologien zur genetischen Sequenzierung und Bearbeitung eine erneute Aufmerksamkeit auf Enzyme als Akteure der Nachhaltigkeit ermöglichen. Das Papier erörtert, wie neu aufkommende Technologien an Werten wie Effizienz, Gewinn und reduziertem Umwelteinfluss festhalten müssen, und diskutiert, wie techno-ökonomische und Lebenszyklusbewertungen zunehmend wissenschaftliche Engagements mit dem „Bio“ vorantreiben und Vorstellungen von Nachhaltigkeit in der Denim-Färbeindustrie formen. Als Kalibrierungen von Umgebungen im Mikro- und Makrobereich heben die Berechnungen hervor, wie der Transit von Materie von der petrochemischen Chemie zur chemo-enzymatischen Färbung Dänemarks nationale Identität als globalen Führer in der aufkommenden Bioökonomie aufrechterhält, und erweitern somit den Rahmen der Fragen, die wir im Hinblick auf die Entwicklung biobasierter Chemikalien für eine nachhaltige Zukunft stellen.
E.V.K. Pihl (Wed,) hat diese Frage untersucht.