COPD-Exazerbationen stellen das häufigste akute Ereignis dar und haben die größten mittel- bis langfristigen klinischen und prognostischen Auswirkungen. Sie sind ein wesentlicher Treiber für den Funktionsverlust, die Verschlechterung der Lebensqualität und einen erheblichen Anteil an der Morbidität, Mortalität sowie den Gesundheitskosten, die der Erkrankung zugeschrieben werden. Diese Übersicht fasst die relevantesten epidemiologischen Evidenzen zur Häufigkeit, Verteilung und den umweltbedingten Determinanten von Exazerbationen zusammen, mit besonderem Schwerpunkt auf langfristigen Trends, saisonalen Mustern und wirtschaftlicher Belastung. Insgesamt wurde in den letzten Jahrzehnten ein Rückgang der Exazerbationsraten im Rahmen klinischer Studien beobachtet; jedoch sind Analysen basierend auf Krankenhausregistern durch methodische Einschränkungen gehemmt, insbesondere durch die Abhängigkeit von der Internationalen Klassifikation der Krankheiten kodierten Fallidentifizierung und einem predominanten Fokus auf schwere Ereignisse. Zeitliche Verlaufsmuster variieren zudem je nach Region: In Spanien wurden Rückgänge beschrieben, gefolgt von anschließenden Rückschlägen, mit einem ausgeprägteren Anstieg bei Frauen, während andere europäische und nicht-europäische Kontexte unterschiedliche Muster berichten. Saisonalität tritt als ein robustes Merkmal in gemäßigten Klimazonen auf, mit Winterhöchstständen und einer konsistenten Verbindung zwischen niedrigen Temperaturen (und thermischer Variabilität) sowie höheren Aufnahmeraten und Schwere der Exazerbationen. Luftverschmutzung (PM2.5/PM10, NO₂, SO₂, O₃) ist mit einem erhöhten Risiko für Exazerbationen verbunden, möglicherweise mit verzögerten Effekten, über biologisch plausible Wege, die durch oxidativen Stress und Entzündungen vermittelt werden. Schließlich diskutieren wir die Auswirkungen von Expositionen, die durch Umweltkatastrophen (Waldbrände, Vulkanausbrüche und Öllecks) entstehen, veranschaulicht durch jüngste Ereignisse in Spanien, und integrieren die wirtschaftliche Dimension, wobei wir betonen, dass Exazerbationen einen großen Teil der Gesamtkosten der COPD ausmachen.
Campos et al. (2026) haben diese Frage untersucht.
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