Die Frühgeborenen sind auf Transfusionen roter Blutkörperchen (RBC) angewiesen, um bessere Überlebenschancen zu haben. Das Ergebnis einer Transfusion hängt von Merkmalen des Spenders ab, und zwar von Geschlecht und Alter. Höhere Überlebenschancen bei Frühgeborenen wurden bei Transfusionen der RBC von bestimmten Spendergruppen beobachtet. Die Ziele dieser Masterarbeit sind, die Unterschiede in der Lipidzusammensetzung der Membran der RBC in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sowie frischen Blutproben und Blutkonserven zu bestimmen und möglicherweise die besseren Transfusionsergebnisse zu erklären. Eine Stichprobe an 105 Proben wurde analysiert, in welcher Blutproben mit frischem Blut und das Blut von der Nabelschnur der Frühgeburten und rechtzeitig geborenen Kindern verglichen wurden. Zusätzlich wurden 4 Untergruppen an Blutkonserven von Spender:innen unterschiedlichen Alters und Geschlechts analysiert. Die Erstellung des Lipidomprofils erfolgte mithilfe zweier analytischer Methoden: Umkehrphasen- Hochleistungsflüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie, um die Spezies chromatographisch zu trennen und zu quantifizieren, und Shotgun-Lipidomik für umfassende und schnelle Bewertung der Membranlipidzusammensetzung. Nur eine kleine Anzahl an Lipidspezies war unterschiedlich zwischen den RBC Erwachsener und Säuglingen, während ältere Frauen weder Unterschiede zu anderen Gruppen noch Ähnlichkeiten zu Frühgeburten gezeigt haben. Die RBC Erwachsener aus frischen Proben und Blutkonserven gruppierten nah aneinander, unabhängig von Geschlecht oder Alter. Frühgeborene und rechtzeitig Geborenen gruppierten sich separat von Gruppen Erwachsener, mit typischen Verschiebungen im Sättigungsgrad, Verteilung der Kettenlänge und der Abundanz der Phospholipide. Die Lipidmuster bei Erwachsenen blieb nahezu gleich sowohl in Blutkonserven als auch im frischen Blut, was ein Indiz für minimale Lipidveränderungen durch Blutverarbeitung sein kann. Verglichen mit anderen Gruppen haben Säuglinge eigene Lipidmuster. Die Faktoren, die in dieser Masterarbeit nicht untersucht wurden, wie Membranproteine, Glykolipide oder kleine Metabolite könnten die Ergebnisse der Bluttransfusionen erklären. Wir empfehlen Erweiterung der Stichprobe, Verwendung von Multi-Omik Ansätzen oder Längsschnittstudien um Merkmale der Spender:innen zu ermitteln, die Transfusionserfolge erklären.
Pavlo Frondzei (Wed,) studied this question.