Hintergrund In den letzten Jahren haben Waldbrände große Flächen Wald in Mitteleuropa verbrannt, und das Risiko von Bränden wird voraussichtlich zunehmen. Diese Region ist jedoch in der Feuerökologieforschung noch unterrepräsentiert. Um diese Wissenslücke zu schließen, haben wir die vegetative Zusammensetzung nach dem Brand und die durchschnittlichen Ellenberg-Indikatorwerte (EIV) in zwei verbrannten Kieferwäldern in Nordostdeutschland mit unterschiedlichen Stufen der Beseitigung von Holzernte (keine, teilweise, vollständig) in den ersten 6 Jahren nach einem schweren Brand untersucht. Ergebnisse Die Vegetationszusammensetzung der verbrannten Parzellen unterschied sich drastisch von den unverbrannten Kontrollparzellen, was zu einer erhöhten Artenvielfalt (hauptsächlich aufgrund von Offenlandarten) und erhöhten EIV für Licht, Reaktion und Stickstoff führte. Im ersten Jahr war die Artenvielfalt allgemein in vollständig gerodeten Flächen geringer, ebenso wie der EIV für Licht, Reaktion und Stickstoff. Auf den nicht gerodeten und teilweise gerodeten Flächen nahm die gesamte Artenvielfalt und die Zahl der Offenlandarten sowie der Deckungsanteil von Kräutern in den ersten 3 Jahren zu und nahm danach ab. Die Zahl der Waldarten sowie der Deckungsanteil von Gräsern und Moosen nahm auf allen Flächen kontinuierlich zu. EIV für Feuchtigkeit, Reaktion und Stickstoff zeigte einen zeitlichen Rückgang. Schlussfolgerungen Wir konnten zeigen, dass sich die Vegetation auch in dem kurzen Zeitraum von bis zu 6 Jahren nach dem Brand schnell veränderte. Die Artenzusammensetzung nach dem Brand verschob sich von frühen Offenland-Pionierarten hin zu spätfolgender Waldarten. Abnehmende EIVs für Reaktion und Nährstoffe deuten darauf hin, dass die vorübergehende Erhöhung der Nährstoffverfügbarkeit schnell abnimmt, wahrscheinlich aufgrund von Nährstoffauswaschung. Das Nachbrandmanagement hat einen starken Einfluss auf die Vegetation nach dem Brand. Auch wenn einige Sukzessionsmuster für alle Holzerntegruppen ähnlich blieben, war die Wiederbesiedlung von vollständig gerodeten Flächen langsamer, was zu einer geringeren Artenvielfalt und Bodendeckung führte. In den kommenden Jahren wird die Verschiebung von Pionieren hin zu spätfolgender Klimaxarten in unseren Studiengebieten voraussichtlich anhalten, da die Standortbedingungen wahrscheinlich weiter verändert werden.
Schüle et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.