Zusammenfassung Hier werden zwei Hauptüberlegungen zu Richard Wilhelms deutscher Übersetzung des I Ging untersucht. Die erste befasst sich mit dem markanten christlichen Ton des Textes und seiner Beziehung zu einer interkulturellen deutschen lutherischen — chinesischen Ruistischen („Konfuzianischen“) spirituellen Synthese, die ich vorschlage, dass Wilhelm innovativ geschaffen hat. Weitestgehend unbekannt ist die Tatsache, dass Wilhelm in der Zeit von etwa 1917 bis 1920 Yijing-aleatorische Handlungen praktizierte und aufzeichnete, die im Rahmen dieser ungewöhnlichen spirituellen Synthese im Detail beschrieben werden. Die zweite basiert auf einem sorgfältigen Vergleich von Wilhelms I Ging, das 1924 veröffentlicht wurde, und der englischen Übersetzung von Cary F. Baynes aus dem Jahr 1950, durch die ich argumentiere, dass Baynes’ Übersetzung den christlichen Ton der deutschen Übersetzung beseitigt und ungerechtfertigt jungianische psychologische Terminologie in den Text einfügt, als wäre es Wilhelms eigene. Auf der Grundlage dieser beiden Überlegungen schlage ich daher Wege vor, um eine nuanciertere Darstellung der Rezeptionsgeschichte von Richard Wilhelms I Ging zu formulieren.
Lauren F. Pfister (Di,) untersuchte diese Frage.