Crowdlending bietet Unternehmern und Kreditgebern eine niederschwellige Alternative zur traditionellen Finanzierung, operiert jedoch unter hoher Unsicherheit und begrenzten unternehmensbezogenen Informationen, was eine Abhängigkeit von beobachtbaren Hinweisen erfordert. Ein entscheidender Hinweis entsteht, wenn Unternehmer frühere Misserfolge offenlegen und erklären. Basierend auf der Attributionstheorie untersuchen wir, wie Crowdlender auf verschiedene Fehlattributionen reagieren und wie dies die Bereitschaft zum Investieren beeinflusst. Durch ein metrisches Kombinationsexperiment in Deutschland (N = 78; 2496 Beobachtungen) und die Analyse der Ergebnisse mit linearen Mischmodellen stellen wir fest, dass Kreditgeber positiver auf interne, kontrollierbare und instabile Attributionen reagieren im Vergleich zu externen, stabilen und unkontrollierbaren Ursachen. Darüber hinaus zeigten sich Geschlechtsunterschiede, wobei weibliche Kreditgeber anders auf die Situation reagierten als Männer. Indem wir den Fokus von den Selbstreaktionen der Unternehmer auf die Bewertungen der Kreditgeber verlagern, erweitern wir die Attributionstheorie auf den Crowdlending-Kontext und zeigen, wie Geschlecht die Interpretation von Misserfolgssignalen beeinflusst. Diese Erkenntnisse erweitern das Verständnis von Entscheidungsprozessen in alternativen Unternehmenskapitalfinanzierungen und informieren Unternehmer, Kreditgeber und die Plattformgestaltung.
Lindlar et al. (Mi,) untersuchten diese Frage.