Victimhood im Mediendiskurs bezieht sich darauf, wie Personen oder Gruppen, die Schaden erlitten haben, repräsentiert und der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Diese Darstellungen beeinflussen, ob das Publikum mit Empathie oder emotionaler Distanz reagiert, insbesondere in Bezug auf Massengewaltereignisse wie Kriege. Nachrichtentexte können das Leiden humanisieren, indem sie persönliche Details, eindringliche Sprache und kontextuelle Tiefe bieten; oder sie können es durch distanzierte, faktenorientierte Berichterstattung neutralisieren. Inwieweit Menschen als „würdige Opfer“ wahrgenommen werden, hängt nicht nur von den gewählten Worten und Bildern ab, sondern auch vom umgebenden Narrativ—ob das Ereignis als absichtlicher Schaden oder unglücklicher Vorfall dargestellt wird, ob Opfer namentlich genannt und individualisiert oder als anonyme Massen dargestellt werden. Auf diese Weise zeichnet die Medienberichterstattung nicht nur das Leiden auf, sondern konstruiert aktiv Hierarchien des Opferstatus und beeinflusst, wer Mitgefühl verdient und wessen Leiden unsichtbar oder gedämpft bleibt.
Johannes Scherling (Thu,) hat diese Frage untersucht.