Zusammenfassung Es gibt eine wachsende Anerkennung des Potenzials der Agrar-forstwirtschaft, zur Minderung und Resilienz gegenüber den Klimakrisen und Biodiversitätskrisen beizutragen. Neben den ökologischen Vorteilen kann die Agrar-forstwirtschaft auch die Produktion und den Gewinn steigern, wodurch sie zu einer nachhaltigen und skalierbaren Landwirtschaftslösung wird. Trotz dieser Vorteile ist die Akzeptanz in Europa gering, und viele Wissenslücken müssen geschlossen werden, um die Annahme zu fördern und das Management sowie die Implementierung von Agrar-forstwirtschaftssystemen zu optimieren. Wir haben 2023 eine Forschungsagenda für die Agrar-forstwirtschaft gemeinsam entwickelt, wobei wir einen Multi-Akteurs-Ansatz und eine modifizierte Delphi-Methode verwendet haben. 156 Akteure aus dem Vereinigten Königreich haben zu diesem Prozess beigetragen, darunter Landwirte, Berater, politische Entscheidungsträger, NGOs und Forscher. Eine erste Liste von 238 Forschungsprioritäten (Hochpriorisierte Forschungsfragen) wurde über eine Umfrage und einen Workshop eingereicht. Diese wurde während eines zweiten Workshops mit 48 Teilnehmern gekürzt. Die endgültige Liste umfasste 40 Forschungsprioritäten in den Themenbereichen „Umwelt und Produktion“, „Lebensgrundlagen, Wissen und Wahrnehmungen“ sowie „Politik, Finanzierung und Märkte“. Es gab eine hohe Übereinstimmung darüber, welche Prioritäten einbezogen werden sollten, mit Fragen zu politischen Anreizen, Wissensaustausch, Gestaltungsfragen der Agrar-forstwirtschaft (z. B. Baum-/Pflanzenwahl), Biodiversität, Ökosystemfunktion, Wohlbefinden, Märkten und Ernährungssicherheit. Wir identifizierten einen Bedarf an landschaftsbezogener und langfristiger Forschung. Unsere Agenda ist ein seltenes Beispiel für einen Prozess zur Priorisierung von Forschungsfragen, der Landwirte und andere Landwirtschaftsakteure durch den gesamten Forschungsprozess einbezieht. Der Wert dieses Ansatzes zeigt sich in der Einbeziehung von Forschungsprioritäten, die in der realen Welt verankert und für verschiedene Akteure relevant sind. Unsere Agenda geht über bestehende Evidenzsynthesen in ihrem Umfang hinaus und sollte zusammen mit diesen genutzt werden, um relevante Lücken für zukünftige Primärforschung und Evidenzsynthese zu identifizieren. Indem sie Forscher und Finanzierungsträger zu wirkungsvollen Forschungsbereichen leitet, kann sie evidenzbasierte Praktiken und Politiken in der Agrar-forstwirtschaft fördern. Die Umsetzung dieser Forschungsagenda erfordert eine bessere Unterstützung für langfristige, transdisziplinäre, multistaatliche Forschung sowie finanzierte Demonstrationsstandorte oder Living Labs.
Hood et al. (2026) untersuchten diese Frage.