Verhindert die vierfache medikamentöse Therapie Tod und Wiederaufnahme wegen Herzinsuffizienz bei älteren hospitalisierten Patienten mit HFrEF?
Trotz Verschreibung der leitliniengerechten vierfachen medikamentösen Therapie bei Entlassung haben ältere Patienten mit HFrEF weiterhin hohe Rest-Risiken für Mortalität, Wiederaufnahme und Gesundheitskosten nach einem Jahr.
BedeutungBei Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) in der klinischen Praxis der USA ist das verbleibende Risiko schlechter klinischer Ergebnisse trotz vierfacher medikamentöser Therapie nicht gut charakterisiert. ZielsetzungBewertung klinischer Ergebnisse und Gesundheitskosten bei Patienten, die wegen HFrEF hospitalisiert und bei Entlassung mit vierfacher medikamentöser Therapie verschrieben wurden. Design, Setting und TeilnehmerDiese retrospektive Kohortenstudie untersuchte Medicare-Empfänger, die wegen HFrEF im Get With The Guidelines–Heart Failure-Register hospitalisiert und aus US-Krankenhäusern entlassen wurden und zwischen dem 1. Juli 2021 und dem 31. Dezember 2023 eine beliebige Dosis der vierfachen medikamentösen Therapie (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor, β-Blocker, Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist und Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitor) erhielten. Die Datenanalyse erfolgte von Oktober 2024 bis März 2025. ExpositionVerschreibung der vierfachen medikamentösen Therapie (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor, β-Blocker, Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist und Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitor) zum Zeitpunkt der Krankenhausentlassung. Wichtigste Ergebnisse und MessgrößenPrimäre Endpunkte waren Mortalität, Herzinsuffizienz-Hospitalisierung, Mortalität oder Herzinsuffizienz-Hospitalisierung sowie Gesundheitsausgaben pro Patient (Medicare Teil A und B, stationäre und ambulante Kosten, in US-Dollar von 2023). ErgebnisseVon 20 651 Patienten mit HFrEF, die für die vierfache Therapie an 532 US-Krankenhäusern infrage kamen, erhielten 1490 (7,2 %) bei Entlassung die vierfache Therapie, mit hoher Varianz zwischen Krankenhäusern (medianes Odds Ratio, 2,04; 95% KI, 1,89-2,24). Medianalter (IQR) der Patienten mit vierfacher Therapie betrug 74 (69-81) Jahre, 543 Patienten (36,4 %) waren Frauen. Über 12 Monate betrugen die kumulativen Inzidenzen für Gesamtmortalität, Herzinsuffizienz-Hospitalisierung sowie Gesamtmortalität oder Herzinsuffizienz-Hospitalisierung 19,3 % (95% KI, 17,3 %-21,4 %), 26,0 % (95% KI, 23,6 %-28,5 %) und 37,1 % (95% KI, 34,4 %-39,8 %). Die medianen (IQR) Gesundheitsausgaben pro Patient über 12 Monate betrugen 27.956 (7.478-61.126) US-Dollar. Die Ergebnisse zu Mortalität und Hospitalisierung waren in der ersten vs. zweiten Studienhälfte bei Patienten mit vierfacher Therapie bei Entlassung ähnlich. Schlussfolgerungen und RelevanzIn dieser landesweiten Kohortenstudie haben ältere Patienten mit HFrEF, die in der klinischen Praxis der USA vierfache medikamentöse Therapie erhalten, trotz Behandlung ein erhebliches verbleibendes Risiko für Tod und erneute Herzinsuffizienz-Hospitalisierung und verursachen oft hohe Gesundheitskosten.
“We're talking strikingly large benefits. Compared to almost anything else we do in cardiology, it's hard to find treatment effects this large affecting this number of individuals each year. The impact we could have with optimal implementation of these therapies is profound.”
Greene et al. (Mittw.) untersuchten diese Fragestellung.