Diese Studie konzentriert sich auf die Mechanismen, die der Bildung der primären animal-vegetalen Achse in der Entwicklung von Anneliden zugrunde liegen, sowie auf deren evolutionäre Transformationen. Durch eine vergleichende Analyse morphologischer, molekulargenetischer und experimenteller Daten haben wir gezeigt, dass die Spezifikation von Zelllinien und Körperachsen aus dem Zusammenspiel autonomer Mechanismen (z.B. ooplasmatische Segregation, maternale Determinanten) und bedingter Mechanismen (z.B. interzelluläre Signalgebung, zygotische Genomaktivierung) resultiert. Die Cleavage-Asymmetrie, reguliert durch die Dynamik des Zytoskeletts und die Lokalisation von β-Catenin, hängt von der Lokalisation des meiotischen Spindels ab und spielt eine zentrale Rolle bei der primären Polarisation des Embryos. Die Ursachen und Konsequenzen evolutionärer Veränderungen in der Entwicklung von Anneliden werden eingehend analysiert. Bemerkenswert ist, dass der Übergang von homoquadrant (gleichmäßig) zu heteroquadrant (ungleichmäßig) Cleavage mit einer verstärkten autonomen Spezifikation, beschleunigter zygotischer Transkription und einer Reduktion larvaler Strukturen einhergeht. Die experimentelle Modulation der Wnt- und MAPK-Signalwege in dem polychaeten Anneliden Ophelia limacina bestätigt die konservierte Rolle der interzellulären Signalgebung bei der Definition von vegetalen und posterodorsalen Territorien. Eine Hypothese wird vorgeschlagen, die besagt, dass Mechanismen, die ursprünglich für die Polarisation der animal-vegetalen Achse verantwortlich sind, co-optiert werden, um Asymmetrie zwischen den Quadranten zu erzeugen. Darüber hinaus werden Heterochronie und Heterotopie als Haupttreiber der evolutionären Diversität bei Anneliden identifiziert.
Kozin et al. (Mon.) untersuchten diese Frage.