Das Hauptziel dieser Studie ist es, die Annahme struktureller Invarianz in der Innovationsmessung herauszufordern, indem untersucht wird, ob etablierte Modelle, die traditionell für das verarbeitende Gewerbe entwickelt wurden, für den Dienstleistungssektor gültig sind. Zu diesem Zweck wurde ein großer, harmonisierter Datensatz erstellt, indem Mikrodaten aus der brasilianischen Innovationsumfrage (PINTEC) mit den jährlichen Industrie- (PIA) und Dienstleistungsumfragen (PAS) für den Zeitraum 2012–2014 zusammengeführt wurden. Die endgültige Stichprobe umfasst 11.876 Unternehmen (10.034 aus der Herstellung und 1.842 aus dem Dienstleistungssektor). Mittels kovarianzbasierter Strukturgleichungsmodellierung (CB-SEM) wurde die Beziehung zwischen multidimensionaler Innovationsfähigkeit und finanzieller Leistung geprüft. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche strukturelle Divergenz: Während das Messmodell für die Herstellung statistisch robust ist und eine positive Verbindung zwischen Innovation und finanziellen Erträgen aufweist, erweist es sich im Dienstleistungssektor als ungültig, da es die Mindestkriterien der Zuverlässigkeit nicht erfüllt. Diese Ergebnisse liefern einen rigorosen empirischen Nachweis für eine theoretische Grenze und warnen Wissenschaftler und Manager vor der Anwendung unpassender, auf die Herstellung zentrierter Messgrößen im Dienstleistungsbereich. Die Studie schließt mit einer Diskussion der Implikationen für die Messtheorie sowie der durch die Querschnittsdatenerhebung und die Beschränkungen administrativer Daten bedingten Limitationen ab.
Taques et al. (Sat,) untersuchten diese Fragestellung.
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