ZUSAMMENFASSUNG Dentinüberempfindlichkeit wird üblicherweise durch oberflächenbasierte Tubulusverschlussstrategien behandelt, die auf abruptem Mineralabsatz beruhen; solche Ansätze replizieren jedoch die graduierten Hart-Weich-Grenzflächen, die der einheimischen Dentinmechanik Widerstandsfähigkeit verleihen, nur unzureichend. Hier berichten wir, inspiriert von der hierarchischen Organisation der Dentinmineralisierungsfront, über eine biomimetische Strategie zur Rekonstruktion einer graduierten Mineral-Kollagen-Schnittstelle auf dem demineralisierten Dentin mittels proteinvermittelter Mineralisation. Histologische sowie nanomechanische Analysen des nativen Dentins zeigen eine wellenartige Übergangszone, die aus mesoskaligen mineralisierten Kügelchen (MSs) besteht und mit einem allmählichen Übergang des Elastizitätsmoduls über die Hart-Weich-Grenze einhergeht. Um diese Struktur zu emulieren, wird ein phosphorylierter Proteinanaloger, phosvitin mit Polyethylenglykol (PV-PEG) konjugiert, eingesetzt, um Mineralvorstufen zu stabilisieren und die nanoskalige querfibrilläre Mineralisation zu steuern, die zu einer kontinuierlichen MS-Schicht auf demineralisiertem Dentin aufgebaut wird. Die resultierende MS-Schicht fungiert als Spannungs-Pufferzone und erleichtert die Spannungsverteilung. In vitro und in vivo Bewertugen zeigen eine effektive Tubulusverschlusswirkung, Wiederherstellung mechanischer Eigenschaften, günstige Biokompatibilität sowie eine verbesserte odontogene Differenzierung pulpabstammender Zellen. Diese Ergebnisse etablieren einen proteinvermittelten Ansatz zur Rekonstruktion einer hierarchischen Mineral-Kollagen-Schnittstelle auf Dentin und definieren einen Materialrahmen für ein graduiertes Schnittstellendesign, der für dauerhafte Dentinalreparaturen relevant ist, wobei Dentinüberempfindlichkeit als motivierender Anwendungsfall dient.
Lu et al. (Sat,) haben diese Fragestellung untersucht.