Adaptive Systeme arbeiten unter wiederkehrenden Bedingungen. Modelle des maschinellen Lernens begegnen wiederholten Trainingsdaten, Organismen interagieren wiederholt mit Umweltbedingungen, und Organisationen lösen immer wieder betriebliche Probleme. Solche Systeme entwickeln sich daher unter Wiederholung. Die meisten theoretischen Beschreibungen von Anpassungen modellieren Trajektorien im Zustandsraum, wobei die Systemparameter sich ändern, während die zugrunde liegenden Regeln fix bleiben. Viele adaptive Prozesse stoßen jedoch schließlich auf Grenzen, die durch weitere Optimierung innerhalb der bestehenden Regelstruktur nicht überwunden werden können. An solchen Punkten wird ein struktureller Wandel notwendig. Dieses Papier führt einen minimalen strukturellen Rahmen ein, der adaptive Systeme beschreibt, die sich gleichzeitig im Zustandsraum und im Regelraum entwickeln. Regelobjekte definieren die Ziele, Einschränkungen und Aktualisierungsoperatoren, die die Systemdynamik steuern und Regelklassen induzieren, die erreichbare Regionen im Zustandsraum bestimmen. Anhaltende Diskrepanzen zwischen den Anforderungen an die Aufgabe und der strukturellen Fähigkeit erzeugen strukturelle Belastungen unter Wiederholung. Wenn die Belastung die Zulässigkeitsschwellen überschreitet, können Regelraumoperatoren Regelobjekte modifizieren und dadurch strukturelle Übergänge erzeugen. Der Rahmen formalisiert drei strukturelle Eigenschaften: strukturelle Trägheit, belastungsgeknüpfte strukturelle Übergänge und Regelraumpfadabhängigkeit. Zusammen beschreiben diese Ergebnisse, wie adaptive Systeme Trajektorien nicht nur im Zustandsraum, sondern auch im Regelraum erzeugen. Schließlich bietet der Rahmen eine operationale Interpretation des Operators Ψ = ∂S / ∂R, der die strukturelle Sensitivität von Regelklassen gegenüber Änderungen in Wiederholungsregimen misst. Geistiges Eigentum & Lizenzierung Die KOGNETIK-Forschungsreihe wird unter der Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell 4.0 International Lizenz (CC BY-NC 4.0) veröffentlicht. Alle wissenschaftlichen Arbeiten innerhalb der Reihe können zitiert, geteilt und für nicht kommerzielle Forschungszwecke mit angemessener Nennung angepasst werden. Kommerzielle Nutzung – einschließlich Beratung, Beratungsdienste, Integration in kommerzielle Plattformen, monetisierte Schulungen, Zertifizierungen oder systemweite Bereitstellungen – ist unter dieser Lizenz nicht gestattet und erfordert eine gesonderte schriftliche Vereinbarung. Voller Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ Für Lizenzanfragen, Partnerschaften, Übersetzungen oder angewandte Entwicklungsanfragen: research@kognetik.de https://www.kognetik.de ORCID: https://orcid.org/0009-0000-8544-4847 Kognetik Serieninformation KOGNETIK – Minimale Operatordefinition der Reflexivität (Ψ = ∂S/∂R) Reflexivität als strukturelle Änderungsrate: Ψ = ∂S/∂R misst strukturelle Drift unter Wiederholung. Prozess, nicht Zustand: Reflexivität spezifiziert eine Transformationsregel und nicht einen Inhalt oder ein Niveau. Domänenunabhängiger Operator: Anwendbar auf biologische, kognitive, künstliche, soziale, industrielle und geophysikalische Systeme. Nicht-ativistisch und empirisch testbar: Ψ ermöglicht eine vergleichende Analyse von Systemen über observable Strukturen und Wiederholung. Höhere Phänomene als Spezifikationen: Lernen, Anpassung, Bewusstsein, Governance und Identität sind strukturierte Regime von Ψ.
Serkan Elbasan (Mon,) untersuchte diese Frage.